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Jetzt wird umgebaut - Bilanz nach 20 Jahren Ammertalbahn

Die sogenannte "neue" Ammertalbahn, die im Jahr 1999 eröffnet wurde, feiert in diesem Jahr ihr 20-jähriges Jubiläum. Auch wenn sie in dieser Zeit einen deutlichen Fahrgastanstieg verbuchen durfte, war die Entwicklung ebenso von Problemen und Schwierigkeiten geprägt. Deshalb lud der Tübinger Landrat Joachim Walter am Dienstag nicht zum Jubiläumsfest ein, sondern zog in einem Pressegespräch Bilanz.

Die Nachfrage ist in den letzten 20 Jahren deutlich angestiegen: nutzen zunächst rund 5000 Fahrgäste die Ammertalbahn, so sind es mittlerweile fast 9000.

Ein Grund zu feiern – dennoch begnügen sich die Beteiligten erst einmal nur mit einem Pressegespräch, in dem sie Bilanz ziehen.

„Vor zwanzig Jahren hat die Ammertalbahn ein kommunales Wiederauferstehen gefeiert, eigentlich gibt es die Ammertalbahn schon seit 110 Jahren. Dass wir heute nicht großartig feiern liegt eigentlich daran, dass wir es dann in Gummistiefeln machen müssten, denn wir sind eine große Baustelle. Die Ammertalbahn muss modernisiert werden, elektrifiziert werden, es werden Doppelspurinseln gebaut, alles damit der Verkehr in Zukunft besser fließt", erklärt der Geschäftsführer des Zweckverbands ÖPNV im Ammertal, Dieter Braun.

Bis Ende 2022 werden die Baumaßnahmen dauern. Sie gehören zum ersten Modul der geplanten Regionalstadtbahn. Gebaut werden soll nun hauptsächlich in den Ferien, doch das wird nicht ausreichen.

„Auf die Fahrgästen kommen in der Tat etwas schwere Zeiten zu. Wir werden das erste Mal auch während der Schulzeit Schienenersatzverkehr machen, das erhöht die Umsteigenotwendigkeit, aber wir hoffen natürlich dadurch die Anschlüsse in Herrenberg zu erreichen", erklärt Schienenverkehrsexperte Gerhard Schnaitmann.

Trotz aller Maßnahmen inklusive Schienenersatzverkehr wird es nicht gelingen, einen störungsfreien Betrieb zu gewährleisten, betont Landrat Joachim Walter.

„Momentan ist es schwierig, das sagen wir offen und wir verstehen, wenn sich immer wieder Fahrgäste beschweren und sagen, ich habe meinen Anschluss nicht gekriegt, und das ärgert uns auch. Aber mit der Baustelle, mit den alten Fahrzeugen, lässt sich das nicht ganz vermeiden. Aber wir tun alles, gemeinsam mit der RAB, Verspätungen und Anschlussprobleme so gering wie möglich zu halten. Zu 100 Prozent können wir sie aber nicht ausschließen", so Walter.

Dass es auch in den letzten zwanzig Jahren, insbesondere in der letzten Zeit, zu vielen Ausfällen kam, hat verschiedene Gründe. Zum einen sind die spurtstarken Fahrzeuge mit Dieselantrieb am Ende ihrer Nutzungsdauer, zum anderen war man sich am Anfang nicht sicher, ob sich die Investitionen in die Ammertalbahn lohnen, so dass kostenorientiert gebaut wurde. Spätere Nachbesserungen führten dann zu diversen Baumaßnahmen in der Ferienzeit. Und dann gab es noch dieses einen, ganz speziellen Vorfall.

„Wir haben vor einigen Jahren unsere sogenannte Leit- und Sicherheitstechnik erneuert und haben insgesamt einen Zeitgewinn von 1,5 Minuten raus geholt und 4,5 Millionen investiert. Dann hat der Verband Region Stuttgart die Abfahrtszeit der S-Bahn um eine Minute verschoben und ein Großteil unserer Investitionen war für die Katz. Das muss natürlich zukünftig auch vermieden werden", erklärt Landrat Walter.

Die bisher eingleisige Strecke erschwerte außerdem zunehmend, dass Anschlüsse erreicht werden, denn jede Verspätung wurde auf den Gegenzug übertragen. Genau dieses Problem sollen die geplanten Doppelspurinseln vermeiden.

Die nächsten drei Jahre werden nicht leicht, doch dann, da sind sich alle Beteiligten sicher , geht es bergauf.

(Zuletzt geändert: Dienstag, 30.07.19 - 17:15 Uhr   -   762 mal angesehen)
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