Weintrauben | Bildquelle: pixabay.com

Pfullingen:

Dieses Jahr aber wirklich - Weinberg lässt gute Ernte erwarten

Stand: 10.09.14 19:17 Uhr

Ein edler Tropfen oder der berühmt berüchtigte "Simsegräbseler" Winzer und Weingärtner hoffen Jahr für Jahr auf Ersteres. Aber die Qualität hängt in erster Linie von den äußeren Gegebenheiten, also von Wetter und Schädlingen ab. Die Neu-Weinbauern in Pfullingen sind da dieses Jahr guter Dinge. Sie erwarten eine üppige und gehaltvolle Ernte.

Blau und saftig hängen die Trauben an den Reben im Pfullinger Weinberg am Georgenberg. Vielversprechend sind die Aussichten. Darauf erstmal einen Schluck von der letztjährigen Ausbeute. Die ist nach dem verheerenden Hagel im Juli mehr als mager ausgefallen. Und auch die Qualität der wenigen Liter konnte nach der wetterbedingten Noternte natürlich nicht die werden, die sich die Pächtergemeinschaft erhofft hatte. Viel Säure und ein schwacher Alkoholgehalt – so beurteilt der Fachmann aus der Pfalz den ersten Jahrgang Georgenbergwein. Seine Empfehlung für den zweiten: die Trauben so lange wie möglich hängen lassen.

Die Weinlese müsse man wahrscheinlich spontan ansetzten, meint Robert Mader, einer der Weinbergpächter. Denn zum einen sei es eine Wetterfrage und zum anderen habe man ja den Rat bekommen, sehr lange zu warten, wenns der Wettergott es zulasse und es nicht ständig regnen würde, denn sonst laufe man Gefahr das die Trauben faulen.

Dabei sei die Lage am Georgenberg, mit dem lauen Lüftchen das dort ständig wehe, eine sehr gute. Denn nach einem Regenguss kann der Wind die Trauben schnell trocknen. Die blauen Netze schützen sie vor Vögeln. 190 Weinstöcke der Sorte Regent sind es, die 2011 neu angebaut wurden und seither von Mitgliedern der Bergwacht und des Schwäbischen Albvereins ehrenamtlich gepflegt werden. Es waren aber auch schon einmal 82 Hektar – Pfullingens Weinbautradition reicht schließlich bis ins Mittelalter zurück.

Die Tradition sei verloren gegangen, wei es einmal so gewesen sei, dass eine Krankheit aus Amerika eingeschleppt wurde, die die Reben alle kaputt gemacht habe, erklärt Pfullingens Bürgermeister Rudolf Heß. Und darüber hinaus sei es dann auch so gewesen, dass mit dem Most der Weinbau abgelöst wurde. Dann sei noch das Bier als Volksgetränk dazu gekommen und das alles sei für den Wein nicht gerade förderlich gewesen.

Die Reste alter Weinbauterrassen kamen zum Vorschein, als der Georgenberg 2005 "entbuscht" wurde. Und so entstand auch die Idee, die Tradition wieder aufleben zu lassen.

Das sei keine Antwort auf Reutlingen oder Metzingen oder sonst was, versichert Heß aber wenn man in die alte Oberamtsbeschreibung hineinschaue, da sei die Qualität des Pfullinger Weines beschrieben, auch im Vergleich zum Reutlinger und zum Metzinger, und da befinde man sich auf Augenhöhe.

Darum wäre es auch durchaus denkbar den Weinberg noch ein wenig auszubauen, um den "Pfullinger Georgenberg" später vielleicht bei offiziellen Anlässen der Stadt ausschenken zu können.

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