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Tübingen und der Nationalsozialismus - neuer Ausstellungsbereich im Stadtmuseum

"Tübingen und der Nationalsozialismus" - Das Stadtmuseum hat seine stadthistorische Dauerausstellung mit einem Raum zu diesem Thema ergänzt. Der Raum ist ein erster Baustein der umfassenden Überarbeitung der Ausstellung in den kommenden Jahren. Auch gibt es neue Ideen dazu, wie die Informationen vermittelt werden.

Bisher sei das Thema Nationalsozialismus im Tübinger Stadtmuseum viel zu kurz gekommen, findet die Leiterin Wiebke Ratzeburg. Der nur kleine Bereich habe die wichtigen Fragen nicht wirklich beantwortet. Die größte Herausforderung sieht sie darin, zu vermitteln, was in der Geschichte passiert ist. "Die Besucher setzen sich aus ganz vielen Perspektiven, Gruppen und Altersgruppen zusammen, sodass wir versuchen, viele Angebote zu machen. Vielleicht werden sich einige lieber die Objekte angucken und diese für sich die Geschichte erzählen. Und andere werden sich lieber die Interviews anhören. Wir machen viele Angebote, um die Menschen mit der Geschichte zu erreichen."

In Kooperation mit der Geschichtswerkstatt Tübingen ist ein Bereich entstanden, der die Verstrickung der Stadt und Bürger in die Ideologie des Dritten Reichs thematisiert und das ehemals vielfältige jüdische Leben in Tübingen beleuchtet. Dem Vereinsleiter Dr. Martin Ulmer zufolge habe eine große Volksgemeinschaft geherrscht, mit der gleichzeitig die Ausgrenzung von Juden und politischen Gegnern einherging. "Natürlich gab es auch hier Zwangsarbeit, Volksgemeinschaft, Ausgrenzung,... Auch die Rolle der Universität im Nationalsozialismus – insbesondere die neuen Institute wie das rassenbiologische Institut am Schloss oben und die sogenannte Zigeunerforschung. Und auch die Tatsache, dass relativ viele NS-Täter aus Tübingen kamen, in den Einsatzgruppen Karriere gemacht haben und Tübinger Bezüge haben."

Zeitzeugin Doris Ufer war damals sieben Jahre alt. Ihre Familie war nicht sonderlich mit dem Nationalsozialismus verbunden. Aber sie habe die Umwelt erlebt und die Propaganda in der Stadt. "Und auch natürlich Gespräche von meinen Eltern, die möglichst vorsichtig mit uns waren. Es war natürlich die Diskussion, dass es gefährlich war, negativ darüber zu reden. Das habe ich auch mitbekommen. Und natürlich wurde einem auch gesagt, dass man still sein soll." Ufer kann die Begeisterung der damaligen Jugend verstehen, die NS-Propaganda sei sehr überzeugend gewesen. Sie kann sich aber nicht vorstellen, dass sich die Menschen heute noch dermaßen für ein Thema begeistern lassen – dafür sei die Gesellschaft zu kompliziert geworden.

(Zuletzt geändert: Sonntag, 05.05.19 - 13:24 Uhr   -   657 mal angesehen)
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