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Reutlingen / Paris:

Brand Notre Dame - auch in der Region möglich?

Der verheerende Großbrand der weltberühmten Kathedrale Notre Dame in Paris gestern Nacht hat auf der ganzen Welt für Bestürzung und Trauer gesorgt. Angesichts der dramatischen Bilder stellt sich vielen aber wohl auch unwillkürlich die Frage: Was passiert, wenn ein solches Szenario vielleicht vor der eigenen Haustüre ablaufen würde? Denn auch die Region Neckar-Alb ist reich an einzigartigen Baudenkmälern. Sind die örtlichen Einsatzkräfte vorbereitet?

Die Reutlinger Marienkirche – von 1247 an über einhundert Jahre hinweg erbaut, ist sie DAS Wahrzeichen der Achalmstadt. Anders als in Paris steht sie inmitten dichter Bebauung, aber ebenso wie bei der Notre Dame sind immer wieder kleinere oder auch größere Renovierungsarbeiten an dem altehrwürdigen Gemäuer nötig.

Harald Herrmann, Amtsleiter und Kommandant von der Feuerwehr Reutlingen, erklärt, dass historische Gebäude in der Regel relativ sicher seien, wenn keine Bauarbeiten stattfinden. Im Falle von Bauarbeiten würde man genügend Öffnungen schaffen und Gasflaschen bereithalten, außerdem würde es bestimmte Brandabschnitte geben.

Prominentes Beispiel: das Tübinger Tor. Hier hatte 1985 die Isolierung nach Lötarbeiten Feuer gefangen. Doch auch auf solche Fälle – auf Brände in historischen und öffentlichen Gebäuden – ist die Reutlinger Feuerwehr vorbereitet.

Laut Herrmann gebe es speziell für die Marienkirche einen Einsatzplan, aus dem man schnell entnehmen könne, wo sich kritische Punkte und schützenswerte Güter befänden. Außerdem gebe der Plan Auskunft über die besten Angriffswege bei der Feuerbekämpfung und über die Brandabschnitte zwischen dem Hauptschiff und dem Turm.

Andere Gebäude wären bei einem Brand auf der Burg Hohenzollern zwar nicht gefährdet, dafür aber möglicherweise tausende von Besuchern, die sich tagtäglich das einzigartige Kulturdenkmal hoch über Hechingen ansehen.

Der Kommandant der Feuerwehr Bisingen Dieter Fecker findet, dass die Burg Hohenzollern ein imposantes Objekt sei, welches für die Feuerwehr eine große Herausforderung bei der Wasserversorgung im Brandfall darstelle. Das Erreichen der Burg mit einer Drehleiter erfordere eine sehr gute Fahrleistung der Feuerwehrmänner.

Darum übt die zuständige Feuerwehr Bisingen regelmäßig allein das Befahren der Burg. Einmal im Jahr gibt es dann eine große Übung, in der der Ernstfall simuliert wird. Und der ist im Jahr 2007 bereits einmal eingetreten: Ein Küchenbrand in der Burggastronomie.

Grund für den Brand war das Anbrennen von Fett. Gemeinsam mit der Feuerwehrabteilung Zimmern hat die Feuerwehr Bisingen den Küchenbrand schnell in den Griff bekommen. Allerdings hat sich das brennende Fett durch die Dunstabzugshaube auf dem Dach verteilen können. Dies wäre schwerer unter Kontrolle zu bringen gewesen, aber durch das regelmäßige Training wurde auch dieser Einsatz gut gemeistert.

Dass ein Brand in einem historischen Gebäude immer so glimpflich ausgeht, ist aber nicht selbstverständlich – das hat das Feuer in Paris gestern eindrücklich gezeigt. Darum hoffen nicht nur die Einsatzkräfte in der Region, sondern wohl jeder Feuerwehrmann weltweit, dass all seine Übung und Vorbereitung nie für einen Ernstfall nötig sein möge.

(Zuletzt geändert: Mittwoch, 17.04.19 - 00:51 Uhr   -   1163 mal angesehen)
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