Ausbildung KFZ-Mechatroniker | Bildquelle: RTF.1

Reutlingen/Region Neckar-Alb:

Handwerkskammer zur Lehrlingssituation

Stand: 06.09.14 15:50 Uhr

Diese Woche hat das neue Ausbildungsjahr begonnen. Doch für die Ausbildungsbetriebe in der Region wird es immer schwieriger, geeigneten Nachwuchs zu finden. Hier schlagen zum einen der demographische Wandel, zum anderen der Trend zum Studieren zu Buche. Das alles ist auch bei der Handwerkskammer Reutlingen längst bekannt. Zwar tut die Kammer etwas dagegen und das auch mit Erfolg: Trotzdem sei hier die Initiative jedes einzelnen Betriebs gefragt.

Mehr als 1.500 neu abgeschlossene Lehrverträge zum Stichtag 31. Juli, und man hofft, bis Jahresende wieder die 2.000 zu erreichen. Damit steht die Handwerkskammer landesweit sehr gut da. Trotzdem: Die Zeiten sind hart. Weniger bei den KfZ-Mechatronikern. Da gäbe es noch genug technikbegeisterte junge Männer. Aber schon das Friseurhandwerk, einst ein Lieblingsfach bei den jungen Frauen, tut sich schwer. Und erst recht das Nahrungsmittelhandwerk. Hier insbesondere die Bäckereien. Denn das Früh-Aufstehen wirkt abschreckend. Doch mit guten Arbeitsbedingungen können Betriebe auch dieses den jungen Leuten schmackhaft machen.

"Da haben wir eine namhafte Bäckerei, die hat keine Probleme, Nachwuchs zu bekommen, weil da alles stimmt", sagte Hauptgeschäftsführer Dr. Joachim Eisert. "Modernes Umfeld, hervorragende Ausbildung, regelmäßige Preise bei Wettbewerben und mit den Familien macht man Hoffeste. Sie sehen, es geht auch in vermeintlich nicht so attraktiven Handwerksberufen."

Nicht nur die Quantität, auch die Qualität vieler jungen Bewerber ließe zu wünschen übrig, so Joachim Eisert. Oft gebe es Defizite in Sachen Grundrechenarten oder Benehmen gegenüber den Kunden. "Da muss man sich drauf einstellen", sagt der Hauptgeschäftsführer und schlägt ein Knigge-Training oder eine Schulung in den Grunrechenarten vor. "Nur Klagen hat keinen Sinn", so Eisert.

Nur: Ausbildung müsse sein, so der Rat der Handwerkskammer an die Betriebe. Denn nur so ließe sich der auch im Handwerk drohende Fachkräftemangel entschärfen. Und Eisert berichtet von einem Handwerksbetrieb, der sich beschwerte, er finde keine ausgebildete Fachkraft auf dem Markt. Er selbst

Doch die duale Ausbildung steht – gerade bei den Abiturienten – in starker Konkurrenz zum Studium. In Zukunft will die Handwerkskammer deshalb auch Studienabbrecher für sich gewinnen – aber auch das ist nicht ganz einfach. "Das ist nicht so nebenher sich ein bisschen künstlerisch verwirklichen", so Eisert. "Diese Vorstellung haben manche Hochschulabbrecher."

„Ich schneide keine Haare – ich rette dein nächstes Date." Mit Sprüchen wie diesen will das Handwerk das Image verbessern – und zeigen, dass auch dieser jahrhundertealte Berufsstand nach wie vor modern ist.
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