OB Wahl | Bildquelle: RTF.1

Reutlingen:

Keck hatīs geschafft - Der Wahlabend in Reutlingen

Stand: 25.02.19 15:27 Uhr

Es war ein aufregender Sonntagabend für Reutlingen - der Eingang der Wahlergebnisse bei der Oberbürgermeisterwahl gestaltete sich spannender als so mancher Tatort . SPD-Kandidat Thomas Keck lieferte sich mit dem CDU-Kandidaten Christian Schneider ein nervenaufreibendes Kopf-an-Kopf-Rennen. Immer wieder lagen sie nur wenige Stimmen auseinander und wechselten sich an der Spitze ab. Zum Schluss gewann Keck mit 72 Stimmen Vorsprung das Rennen um den Chefsessel im Reutlinger Rathaus.


Im Foyer des Rathauses knisterte die Luft. Die Gesichter der Anwesenden sprachen Bände – Spannung, Enttäuschung und Freude.

Ein Gefühlschaos - vor allem für die zwei Favoriten Keck und Schneider. Nur wenige Stimmen trennten sie oft vom Sieg. Letztendlich, mit 41,1 % der Stimmen, wurde Thomas Keck zum neuen Oberbürgermeister für die Stadt Reutlingen gewählt.

„Ich meine, einen spannenderen Wahlabend habw ich persönlich in all den Jahren noch nie erlebt. Es war sehr sehr knapp und am Schluss sieht man mal wieder, wie wichtig wirklich jede einzelne Stimme ist" erklärt der IHK-Präsident Christian O. Erbe, der den Abend mit Spannung vor Ort verfolgt hat.

Vor Glückwünschen und Gratulanten kann Keck sich im Anschluss kaum retten.

Zusammen mit der amtierenden Oberbürgermeisterin Barbara Bosch bedankte er sich nicht nur bei seinen Wählerinnen und Wählern, sondern auch bei Schneider und Kalbfell für den fairen Wahlkampf.

„Ja, ich denke mal, wenn man sich das Wahlergebnis anschaut, insbesondere Betzingen ist jetzt wohl schon wahlentscheidend gewesen. Also ich bin da ja auch schon mehrfach unterwegs gewesen, ich konnte dort anscheinend nicht überzeugen. Aber das ist immer schwierig im Nachhinein zu sagen, woran es lag. Die Wähler haben einfach so entschieden und ich glaube, das muss man auch respektieren, auch mit Demut respektieren" so Dr. Christian Schneider.

Auch CDU-Bundestagsabgeordneter Michael Donth konnte an Schneiders Wahlkampf absolut nichts bemängeln. Warum es für Carl-Gustav Kalbfell nur für den dritten Platz gereicht hat, erklärt er so: „Ja gut, ich denke mal, ein wirklich gut arrivierter Platzhirsch, der in RT bekannt ist wie ein bunter Hund, im Vergleich zu einem CDU-Kandidat, der auch was vorzuweisen hat und auch als CDU ein bestimmtes Wählerreservoire abrufen kann, da wird es natürlich schwierig. Ich denke aber, ich hab mich gut gut behauptet" so Dr. Carl-Gustav Kalbfell.

Cindy Holmberg war an diesem Abend auch anwesend, sie war als OB-Kandidatin nach dem ersten Wahlgang ausgestiegen.

Für Barbara Bosch gab es an diesem Abend allerdings auch einen enttäuschenden Moment.

„Wir alle wünschen uns als Demokraten, dass die Menschen die Chance auch nutzen zur Wahl zu gehen. Wenn man weiß, dass es noch viele Gegenden auf der Welt gibt, wo man Leben riskiert, wenn man für freie und geheime Wahlen eintritt, dann macht das schon nachdenklich" so Barbara Bosch.

Trotz geringer Wahlbeteiligung von rund 40% steht das Ergebnis fest: Thomas Keck wird neuer Oberbürgermeister. Und auf ihn kommen viele Projekte zu.

„Wir haben das ja auch jetzt an diesem Wahlkampf gesehen, es gibt viele Themen, die wir nur gemeinsam lösen können, wo wir auch die Region weiter positiv in die Zukunft bringen wollen, dann tun wir gut daran, das gemeinsam zu tun" erklärt der Oberbürgermeister von Metzingen, Dr. Ulrich Fiedler.

Aber Thomas Keck hat auch nicht vor sich auszuruhen – auf seiner Wahlparty hat er uns seine Pläne für die kommenden Tage verraten.

„Da gibt es keine Pause. Morgen werde ich jetzt erst mal durch schnaufen und ein paar Sachen ordnen und wegschmeißen und dann werde ich mal wieder in mein Büro gehen. Ich bin ja immer noch Geschäftsführer vom DMB (Deutscher Mieterbund) und mal gucken was da liegt, mal mit meinem Chef, meinem Vorstand schwätza, weil die Kolleginnen und Kollegen müssen sich ja einen neuen Geschäftsführer suchen" so Keck.

Ganz nach seinen Wahlmotti „Keck kann´s" und „Keck schafft´s" - werden wir sicher sehen, ob er es kann. Geschafft hat er es auf jeden Fall schon einmal.

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