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Schwäbische Alb:

Bienenstrom - Blühmischung gegen das Insektensterben

Zwischen 1989 und 2015 ist die Anzahl von Fluginsekten in Schutzgebieten um 75% zurück gegangen. Dass es Zeit ist zu handeln, haben mittlerweile die meisten Menschen verstanden. Denn der ökologische Kreislauf wird durch das Fehlen eines Mosaiksteinchens gestört und das wirkt sich letztlich auf alle Tiere und auch den Menschen aus. Eine Aktion, die sich diesem Thema angenommen hat, ist "Bienenstrom". Das Biosphärengebiet Schwäbische Alb hat sich mit den Stadtwerken Nürtingen zusammen getan, um ein Produkt zu entwickeln, von dem alle profitieren.

An diesem regnerischen Tag konnten wir sie leider nicht hören – die vielen Insekten und Bienen, die die neue Blühfläche im Haupt- und Landgestüt Marbach diesen Sommer bereits nutzen konnten. Doch das war schon anders.

„Hier war richtig was los. Ich war ab und zu hier oben und viele andere auch und haben sich das angeschaut und zu gehört. Und es waren tatsächlich viele Insekten hier. Vor allem die Wildbiene habe ich hier oft gesehen und das war zum Teil ganz schön heftig", berichtet Thomas Engelhart vom Haupt- und Landgestüt Marbach.

Zu Verdanken haben die Fluginsekten den neuen Lebensraum hauptsächlich den Nürtinger Stadtwerken und dem Biosphärengebiet Schwäbische Alb. Denn die haben im Frühjahr das Projekt „Bienenstrom" ins Leben gerufen.

Das Konzept funktioniert ganz einfach: statt Mais säen teilnehmende Landwirte eine 5-Jährige Blühmischung aus, die Insektenfreundlich ist. Der Vertragsverlust wird dann durch die Stadtwerke Nürtingen ausgeglichen.Und die freuen sich, dass sich immer mehr Kunden für den „Bienenstrom" interessieren.

„Wir sind zufrieden, wir haben hundert Kunden. Wir haben langfristig geplant. Wir haben im Moment Flächen für etwa dreihundert Kunden und wir werden 2019 zusätzliche Flächen dazu bekommen. Die Resonanz ist gewaltig. Wir haben Rückfragen mittlerweile aus England, von überall, das hat uns selber überrascht" erzählt der Geschäftsführer der Nürtinger Stadtwerke, Volkmar Klaußer.

Der Ökostrom kann bundesweit bezogen werden. Mit einem Cent pro Kilowattstunde leisten die Kunden ihren Blühhilfe-Beitrag und helfen so dem Insektensterben vorzubeugen.

„Es ist eines unserer Vorzeigeprojekte, das die ökonomische Seite und die ökologische Seite des Biosphärengebiets hervorragend unterstreichen. Es ist eine wahre Gewinner-Gewinner-Situation. Die Kunden, die Kundinnen wissen wofür sie ihr Geld ausgeben. Wir haben einen starken Partner, die Stadtwerke Nürtingen und wir haben die Landwirtschaft als Säule der ökologischen Bewegung, die manchmal etwas in Misskritik gerät" schwärmt der Tübinger Regierungspräsident Klaus Tappeser.

Auch der Nürtinger Oberbürgermeister, Otmar Heirich, hat das Projekt in seiner Funktion als Aufsichtsratvorsitzender der Nürtinger Stadtwerke von Anfang an unterstützt.

„Es gibt kaum ein Projekt bei dem wir so viele Gewinner haben: die Natur, die Landwirte, die Stadtwerke können von dem Projekt profitieren und deshalb ist es eine tolle Sache" so Heirich.

Seit dem Frühjahr konnten bereits 14 Hektar Blühflächen zu neuen Insektenparadiesen heranwachsen.

Wer also auch durch simples Einschalten der Kaffeemaschine, des Computers oder der Lampe einen wertvollen ökologischen Beitrag leisten möchte, kann deutschlandweit den „Bienenstrom" nutzen.

www.bienenstrom.de

(Zuletzt geändert: Dienstag, 04.09.18 - 18:25 Uhr   -   1221 mal angesehen)
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