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Tübingen:

Natursteinbetrieb droht eine Abwicklung

Klima- und Ressourcenschutz sind in aller Munde: Jeder will ihn, und jeder spricht davon, Ökologie und Ökonomie in Einklang zu bringen. In Tübingen gibt es einen Betrieb, der seit Jahren konkret für den Ressourcenschutz arbeitet: Er vewertet gebrauchte Natursteine wieder. Aber es gibt ein Problem und das hat sich der Landtagsabgeordnete Daniel Lede Abal heute angehört.
Naturstein-Lagerplatz

Der Natursteinbetrieb Rongen in Tübingen ist der größte seiner Art in Deutschland: Wiederverwertbare Natursteine aus Abbrüchen, Tiefbau oder Rückbau werden sortiert und gelagert – ein Thema, das auch den Grünen Daniel Lede Abal beschäftigt. Die gebrauchten Steine – wie zum Beispiel auch Reste des Stuttgarter Hauptbahnhofes – werden wieder verwendet. Etwa als Gartenmauer oder Terrasse. Das Motto: Recyclen statt Wegwerfen. "Die Steine selber sind in meinen Augen historisches Kulturgut. Die haben unsere Vorfahren zum Großteil mit Hand gehauen. Sowas einfach wegzuschmeißen, macht man nicht, des ist total idiotisch", sagt Manuel Rongen, der Geschäftsführervon Natursteine Rongen. Die Setien böten viele Vorteile. "Sie sind von der Qualität besser. Sie sind seit Jahrhunderten in Wind und Wetter. Wenn da mal ein schlechter Stein dabei war, ist der schon lange kaputt gegangen", erklärt Dongen.

Der Natursteinpark ist zwanzig Hektar groß. Das Gelände diente bis Anfang der 90er Jahre als französisches Munitionslager. Seit dem Abzug der Franzosen hat Rongen Natursteine das Gebiet vom Bund gepachtet. Doch es gibt ein Problem: Offiziell gilt das Gebiet als Wald, und hier ist Gewerbe verboten. Ein Umzug gestaltet sich schwierig. "Wir haben gedacht, wie finden relativ schnell etwas. Aber wir sind jetzt inzwischen fast schon verzweifelt auf der Suche nach einem neuen Platz", sagt Dongen. Der Betrieb sei sehr flächenintensiv. "Wir brauchen schon eine Fläche von zwei Hektar, um diese großen Mengen an Stein auch zwischenlagern zu können", erklärt Dongen weiter.

Der Landtagsabgeordnete Daniel Lede Abal hat sich vom Natursteinpark ein Bild gemacht. Er sieht einen generellen Handlungsbedarf für die Politik. "Die Nachhaltigkeit, also die Wiederverwendung von Baumaterialien, muss den Vorzug gegenüber dem Neuabbau erhalten", sagt Lede Abal. "Und wir müssen dem Betrieb ein Nutzungskonzept ermöglichen, das allen Belangen gerecht wird. Also sowohl der Ökologie als auch den wirtschaftlichen Interessen, die so ein Betrieb nun einmal hat."

Ein Eingreifen der Politik fordert auch Bernd Susset vom Industrieverband Steine und Erden: "Wir müssen die politischen Ziele, dass wir hundertprozentiges Recycling wollen und dass wir keine neuen Deponien mehr bauen wollen, umsetzen. Das kann man nur dahingehend umsetzen, dass man Betrieben wie Rongen die Möglichkeit gibt, weiter überhaupt zu arbeiten." Die genehmigungsrechtlichen Probleme müssten gelöst und dem Natursteinbetrieb die Chance geboten werden, seine Tätigkeit weiterzuführen. "Wir brauchen eine bundeseinheitliche Gesetzgebung zum Recyling von Recyclingbaustoffen", fordert Susset.

Ein solches Gesetz sei derzeit in der Mache, es brauche aber noch Zeit. So viel Zeit hat Natursteine Dongen aber nicht. Bis 2019 soll der Betrieb umgezogen sein. Wenn er das nicht schafft, drohen die Schließung und die Abwicklung.

(Zuletzt geändert: Dienstag, 29.07.14 - 20:00 Uhr   -   1626 mal angesehen)
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