Ozean | Bildquelle: Pixabay.com

Klima:

Nordsee hat sich laut Bundesregierung doppelt so schnell erwärmt wie Ozeane

Stand: 09.09.17 09:16 Uhr

Die Nordsee hat sich in den vergangenen 45 Jahren doppelt so schnell erwärmt wie die Ozeane. Die Durchschnittstemperatur der deutschen Nordsee stieg demnach um 1,67 Grad Celsius, während es bei den Ozeanen im Mittel nur 0,74 Grad waren.

Das schreibt das Bundesumweltministerium als Antwort auf eine Anfrage der Grünen, die der "Neuen Osnabrücker Zeitung" vorliegt. Die Regierung bezieht sich dabei auf Daten des Weltklimarates IPCC und des Alfred-Wegener-Instituts bis zum Jahr 2010. Der rasante Temperaturanstieg dürfte sich demnach fortsetzen. Die Bundesregierung verweist darauf, dass die Wassertemperatur anhand verschiedener Berechnungen bis zum Jahr 2100 um weitere 1,7 bis 3,2 Grad wärmer werden dürfte. Der Klimawandel gefährde zudem das Ökosystem und die Artenvielfalt.

"Insbesondere temperaturempfindliche Arten müssen weichen", schreibt das Ministerium und nennt als Beispiel den Kabeljau. Stattdessen lebten inzwischen vermehrt Fischarten aus südlichen Gefilden in der Nordsee wie Roter Knurrhahn, Streifenbarbe, Sardelle/Anchovis und Wolfsbarsch. Die Grünen-Bundestagsabgeordnete Julia Verlinden forderte ein schnelleres Gegensteuern: "Wir können uns keine vier weiteren Jahre Tatenlosigkeit beim Klimaschutz leisten", sagte Verlinden, die auch Spitzenkandidatin der niedersächsischen Grünen für die Bundestagswahl ist.

"Denn die Klimakatastrophe schreitet voran, auch wenn US-Präsident Donald Trump sie leugnet oder Bundeskanzlerin Angela Merkel und SPD-Spitzenkandidat Martin Schulz sie aussitzen." Der erwartete Anstieg des Meeresspiegels und stärkere Stürmen würden besonders die Küstenregionen Niedersachsens hart treffen. Am Montag (11. September) werden Experten aus ganz Deutschland beim Niedersächsischen Gewässerforum in Hildesheim über Hochwasser und Klimawandel diskutieren.

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