Bürgerpaten | Bildquelle: RTF.1

Metzingen:

Unterstützung für Jedermann - Patenschaftsprojekt bringt Ehrenamtliche und Hilfesuchende zusammen

Stand: 01.11.16 16:40 Uhr

Menschen, die sich in zeitlich begrenzten Patenschaften um andere Menschen kümmern: Dieser Grundgedanke hat in Metzingen zu FaBIa geführt. FaBIa steht für Familien-, Bildungs- und Integrationspaten. Träger des Projekts ist die Koordinierungsstelle für Bürgerschaftliches Engagement der Stadt Metzingen. Dabei übernehmen Bürger ehrenamtlich die Betreuung von Menschen, die in Schwierigkeiten geraten sind oder sich nicht gut zurechtfinden können - darunter auch Flüchtlinge. Erste Erfahrungen zeigen: Die Begleitung hinterlässt wichtige Spuren auf beiden Seiten.


Angefangen hat alles, als die ersten Flüchtlinge nach Metzingen kamen. Die Bürger wollten helfen. Fremde Sitten, eine unbekannte Sprache und die deutsche Bürokratie – daraus ergeben sich Probleme. Doch nicht nur Flüchtlinge brauchen Unterstützung. Das hat Sabine Jäger-Renner, von der städtischen Fachstelle für Bürgerengagement erkannt und das ehrenamtliche Patenprojekt FaBIa ins Leben gerufen, dass allen Unterstützung zukommen lassen will, die sie brauchen.

Familienpaten seien Alltagsbegleiter,die dort helfen würden, wo es die kleinen Nöte gäbe, erklärt Sabine Jäger-Renner. Die Hilfe könne so aussehen, dass man einfach nur da sei, dass man ein Beziehungsangebot mache, dass man Mut mache, das man praktische Hilfen anbiete. Dabei ginge es aber nicht darum, die Familien zu bevormunden oder zu sagen wie es gehe, sondern darum, gemeinsam mit den Familien herauszufinden, wo der Schuh drückt.

Denn auch in Metzingen sind die Menschen Belastungssituationen wie Armut oder Arbeitslosigkeit ausgesetzt. Wichtig sei hier, dass die angebotene Hilfe koordiniert und die Paten auf ihre Aufgabe vorbereitet seien.

Und da schaffe man eine Struktur, mit der mehrere verschiedene Zielgruppen Patenschaften bekommen könnten und die Ehrenamtlichen auch entscheiden könnten, ob sie lieber mit einem Flüchtling arbeiten würden oder ob sie eher mit einer Familie arbeiten wollen, so die Koordinatorin des Projekts. Außerdem ließe sich so herausfinden, ob man eher mit einer Familie arbeiten wolle in der kleine Kinder sind oder lieber in einer Familie mit schon älteren Kinder. Die Paten und die "Patenkinder" müssten auch zusammenpassen.

Ziel des Metzinger Projektes ist es schließlich, dass beide Seiten – Paten, wie „Patenkinder" gleichermaßen profitieren.

Patenschaften seien zeitlich begrenzt und der Pate entscheide selber, wieviel Zeit er investieren wolle, ob er jetzt ein- oder zweimal die Woche, ein oder zwei Stunden einsetzen möchte, erläutert Jäger-Renner.  Und da will das Projekt die Rahmenbedingungen schaffen, dass nicht jeder für sich entscheiden müsse, sondern das man da gemeinsame Standards habe.

Angesiedelt wird das Projekt im neuen Bürger- und Familienzentrum in der Pfleghofstraße ein und vierzig, das sich derzeit noch im Bau befindet.

Man sei Projektpartner von „Gemeinsam in Vielfalt" und habe jetzt - neben 140 anderen Projekten - Fördermittel bekommen in Höhe von 15.000 Euro. Außerdem habe man auch noch Eigenmittel eingesetzt, es sei also eine Mischfinanzierung, weiß die Verantwortliche.

Die Metzinger Bürger, die sich vorstellen können, eine Patenschaft zu übernehmen, sind herzlich willkommen, sich bei der FaBia-Auftaktveranstaltung am 7. November zu informieren.

WERBUNG:



Seitenanzeige: