Kurvenschilder | Bildquelle: RTF.1

Grafenberg:

Verkehrsminister startet bundesweites Pilotprojekt zur Verkehrssicherheit

Stand: 16.05.14 17:50 Uhr

Etwa jeder fünfte Verkehrstote im Land ist ein Motorradfahrer. Und die Zahl der tödlich verunglückten Biker bleibt seit Jahren konstant, während die der anderen Verkehrstoten stetig zurückgeht. Doch jedes Verkehrsopfer ist eines zuviel. Darum ist das hochgesteckte Ziel des Grünen Verkehrsministers Winfried Hermann: eine Null in der Statistik bei den Verkehrstoten. Dafür rüstet die Landesregierung auf heute in Grafenberg, im Kreis Reutlingen.

Sie sollen auf den Straßen im Land künftig sicherer unterwegs sein: die Motorradfahrer. Und dafür legt der Verkehrsminister auch schon mal höchstpersönlich Hand an. Die alten Kurvenleittafeln an der B313 bei Grafenberg müssen weichen. Sie werden durch neuentwickelte Verkehrsschilder ersetzt, die jetzt bundesweit erstmals an dieser Strecke getestet werden.

Man habee diese Hinweise, dass da eine Kurve komme bisher aus hartem Blech gehabt und das habe zum Teil zu Unfällen und Verletzungen, auch zu Todesfällen geführt, erklärt Verkehrsminister Winfried hermann. Die Blechschilder seien so hart und man habe jetzt eine neue Konstruktion aus Kunststoff und man könne die auf die Kunststoffleitpfosten drauf setzten und damit habe man insgesamt eine weiche, nachgiebige Konstruktion. Das Land wolle möglichst dazu beitragen dass die Straße selber, die Infrastruktur unfallfreundlich sei, dass wenn einer einen Fehler mache, dass es dann eben nicht fatale Folgen habe.

Die "Teststrecke" für die neuen Schilder ist nicht zufällig gewählt. An schönen Tagen sind hier schon mal über 1000 Motorradfahrer unterwegs. Eine viel befahrene Straße also – und der Grund dafür, dass die Gemeinde Grafenberg seit Jahrzehnten für eine Umgehungsstraße kämpft.

Man höre und sehe es ja, die Straße sei selbst in den Nebenzeiten sehr stark befahren, vor allem mit Schwerlastverkehr und das sei natürlich schon eine sehr große Belastung für den Ort, meint Grafenbergs Bürgermeisterin Annette Bauer. Mab wolle in Grafenberg eine echte Ortsmitte ausbilden können und dazu brauche man die Umgehungsstraße, dass man dann einen schönen Lebensmittelpunkt in Grafenberg gestalten könne.

Der Zeitplan des Verkehrsministers war knapp bemessen und die "Problematik Ortsumgehung" kam nur kurz zur Sprache.

Das Land habe ja insgesamt ein umfangreiches Verfahren im Zusammenhang  mit dem Bundesverkehrswegeplan gehabt und da seien alle Straßen beurteilt und eingeschätzt worden und die Grafenberger Umgehungsstraße sei angemeldet, weiß Hermann. Aber was dann dabei raus komme beim Bund, das wisse man noch nicht, weil der Bund jetzt erstmal tausend und mehr Straßen aus der ganzen Republik zur Anmeldung habe und jetzt überarbeiten müsse, welche aus seiner Sicht wichtig seien und wieviel Geld man habe.

Für weitere Gespräche diesbezüglich will der Verkehrsminister aber nochmal nach Grafenberg kommen. Und vielleicht lassen sich dann auch bereits erste Erfolge beim auf zwei Jahre angelegten Verkehrstafelprojekt erkennen. Unfälle verhindern wird es aber nicht. Da – so Hermann – lasse sich nur an die Vernunft der Motorradfahrer selbst appellieren.

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