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Vor 30 Jahren: Space Shuttle Challenger bei Start explodiert - Astronauten lebten möglicherweise beim Aufprall noch

Vor 30 Jahren, am 28.01.2016, ist die Raumfähre Challenger beim Start explodiert. Alle Besatzungsmitglieder kamen ums Leben. Möglicherweise sind manche der Astronauten erst beim - oder nach dem Aufprall des Kabinenteils des Space Shuttles auf die Meeresoberfläche gestorben. Mit an Bord: Die Lehrerin Christa Mc Aucliff, die mit einer Schulstunde aus der Erdumlaufbahn eine neue Ära des Schulunterrichts einleiten sollte.
Space Shuttle Challenger beim Start

Beim Start der Space Shuttle "Challenger" am 28. Januar 1986 kam es durch eine undichte Dichtung in einer der Feststoffraketen 73 Sekunden nach der Start zu einer Explosion, welche die Raumfähre zerstörte. Wie die Analyse von Videoaufnahmen zeigt, blieb der vordere Bereich der Raumfähre, in dem sich die Astronauten befanden, bei der Explosion intakt. Die Nase des Orbiters schlug als Ganzes auf die Meeresoberfläche auf und wurde erst einige Monate später vom Meeresgrund geborgen.

Zur Crew gehörte auch die Lehrerin Christa McAucliff. Sie sollte die amerikanischen Schüler vom Weltraum aus unterrichten.

NASA-Untersuchungen zufolge lässt sich nicht mit letzter Sicherheit klären, ob die Astronauten beim Aufprall auf das Wasser noch am Leben waren. Mindestens ein Astronaut hatte vor seinem Tod offenbar noch seine Notfall-Sauerstoffversorgung aktivieren können, die eigentlich dazu vorgesehen war, bei einer Evakuierung auf der Startrampe die Sauerstoffversorgung für einige Minuten sicher zu stellen.

Ein undichter Dichtungsring wurde als Ursache für die Katastrophe identifiziert. Der Grund: Vereisung aufgrund von Minus-Temperaturen. Vor dem Start hatten zwei NASA-Mitarbeiter in E-Mails auf die mögliche Gefahr hingewiesen, waren aber ignoriert worden.

17 Jahre lang lief das Shuttle-Programm dann reibungslos. Am 1. Februar 2003 kam es aber zur nächsten Katastrophe:

Columbia beim Eintritt in die Erdatmosphäre auseinandergebrochen - Astronauten sofort tot

Beim Wiedereintritt der Space Shuttle "Columbia" in die Erdatmosphäre versagte am 1. Februar 2003 der Hitzeschild der Raumfähre, da er zuvor beim Start durch ein von den Treibstoffraketen herabfallendes Materialstück beschädigt worden war. Die Raumfähre brach noch beim Erdeintritt auseinander. Die Trümmer gingen über ein riesiges Gebiet in den USA, entlang des Flugkorridors der Columbia, nieder.

Eine NASA-interne Untersuchung kam zu dem Schluss, dass die "Columbia" bei ihrem 28. Weltraumeinsatz unmittelbar vor dem Auseinanderbrechen außerordentlich starken Hin- und Herbewegungen ausgesetzt war. Diese seien der Untersuchung zufolge so stark gewesen, dass die Astronauten sofort handlungsunfähig geworden seien und die Crew diese Kräfte nicht habe überleben können.

Nachfolger des Apollo-Programms

Nach dem Ende des erfolgreichen Apollo-Programms wurde das Space-Shuttle-Programm ab 1981 zum Zug- und Arbeispferd der NASA: Im Gegensatz zum Raketenprogramm "Apollo", bei der die Crew in einer Raumkapsel per Fallschirm auf die Erde zurückkehrte, war die Space Shuttle als flugzeugähnlicher Raumgleiter konzipiert, der zwar per Rakete gestartet wurde, aber bei seiner Rückkehr wie ein Flugzeug auf einer Landebahn landen konnte. Die Space Shuttle-Missionen hatten maßgeblichen Anteil am Aufbau der internationalen Raumstation "ISS" (International Space Station).

Zunächst wurde ein erster Space-Shuttle-Prototyp gebaut, der mittels speziell umgebauter Träger-Flugzeuge in großer Höhe ausgeklinkt wurde, und mit dem erfolgreich Landetests durchgeführt wurden. Nach massiven, weltweiten Protesten von Anhängern der SciFi-Serie "Raumschiff Enterprise" wurde der Prototyp nachträglich in "Enterprise" umbenannt.

Als erster Raumgleiter startete am 12. April 1981 die Space Shuttle "Columbia" als Flug Nummer "STS-101" ins All. Intern trug die Columbia die Bezeichnung "OV-102". In den Folgejahren wurde die Shuttle-Flotte um mehrere Raumgleiter vergrößert:

Als sechster Shuttle-Flug startete die zweite Raumfähre "Challenger", intern als  OV-099 bezeichnet, am 4. April 1983 ins All. Eigentlich sollte der Prototyp "Enterprise" zur zweiten raumflugtauglichen Space Shuttle umgebaut worden. Aus Kostengründen wurde aber stattdessen die statische Versuchszelle STA-099 zur Raumfähre Challenger ausgebaut. Daher trägt die zweite Raumfähre mit "OC-099"  als Bezeichnung auch eine kleinere Zahl als die erste Raumfähre.

Als dritte Raumfähre hatte die "Discovery", intern als OV-103 bezeichnet, am 30. August 1984 ihren Jungfernflug - der 41. Flug einer Raumfähre. Am 3. Oktober 1985 nahm als vierter Orbiter die "Atlantis" ihren Flugbetrieb auf. Intern wurde die Atlantis als OV-104 bezeichnet.

Nachdem die Space Shuttle "Challenger" am  28. Januar 1986 kurz nach dem Start bei einer Explosion völlig zerstört wurde, baute die NASA als Ersatz die Raumfähre "Endeavour". Der erste Start der neuen Raumfähre, die intern  OV-105 hieß, erfolgte am 7. Mai 1992: der 49. Flug einer Spacve-Shuttle.

Nach dem Auseinanderbrechen der "Columbia" beim Eintritt in die Erdatmosphäre im Februar 2003 wurde keine weitere Space Shuttle als Ersatz gebaut. Das Space-Shuttle-Programm wurde eingestellt; die Einstellung des Programms wurde aber nochmals hinausgeschoben.

Acht Jahre nach dem Verlust der Columbia, hatte  im Jahr 2011 die letzte Space Shuttle ihre Weltraummission.  Nach Außer-Dienst-Stellung wurden die verbliebenen Space-Shuttles, auf verschiedene Standorte verteilt, der Öffentlichkeit zugänglich gemacht: Heute sind die ausgemusterten Space-Shuttles an folgenden Orten ausgestellt:

Enterprise (Prototyp für Landeversuche): Ausgestellt im Space Pavillion im Intrepid Museum, New York

Discovery (Letzte Landung: 9. März 2011). Seit 19. April 2012 ausgestellt im  Steven F. Udvar-Hazy Center., Washington.

Endeavour (Letzte Landung: 1. Juni 2011). Ausgestellt im California Science Center, Los Angeles.

Atlantis (Letzte Landung: 21. Juli 2011). Ausgestellt im Kennedy Space Center, Merrit Island, Florida.

Nach dem Ende des staatlichen Space-Shuttle-Programms sollen in Zukunft private Dienstleister die zivilen Raumflüge übernehmen. Dazu vergab die NASA Aufträge an mehrere private Raumfahrtfirmen. Derzeit befinden sich bereits private Nutzlast-Raumfahrzeuge im Einsatz. Ein weiterentwickeltes Modul, das zur Personenbeförderung geeignet ist, soll in den nächsten Jahren zum Einsatz kommen.

 

Ein Artikel auf www.prometheus.tv - Ihrem Online-Portal für Wissenschaft - Natur - Forschung

(Zuletzt geändert: Samstag, 16.03.19 - 23:38 Uhr   -   7248 mal angesehen)
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