Maikundgebung | Bildquelle: RTF.1

Tübingen:

1. Mai-Kundgebung mit viel Prominenz

Stand: 01.05.14 17:44 Uhr

Der 1. Mai, der Tag der Arbeit, steht traditionell ganz im Zeichen der Gewerkschaften. Überall in der Region gab es große Kundgebungen, bei denen es um soziale Gerechtigkeit, faire Löhne und so kurz vor den anstehenden Wahlen natürlich auch um Europa ging. Wir waren für Sie in Tübingen dabei.

Und auch hier gingen mehrere hundert Menschen auf die Straße, um zu demonstrieren. Dabei standen vor allem soziale Leistungskürzungen, Mindestlohen, Arbeitnehmerrechte, ein sozialeres Europa, sowie Abrüstung im Mittelpunkt der Forderungen. Aber die Beweggründe der Demonstranten waren vielfältig.

Ja hier am 1. Mai für soziale Gerechtigkeit auf der Straße und auf dem Marktplatz zu stehen, sei eine Selbstverständlichkeit, wenn man der Meinung sei, dass eben vor dem Hintergrund der Klimakatastrophe und der sozialen Katastrophe, die der Kapitalismus erzeugte, Protest notwendig sei, um eine andere Welt zu fordern und zu versuchen umzusetzen.

Nämlich, dass die Arbeit immer mehr belastet würde in den letzten Jahren und das Kapital immer mehr entlastet worden sei, sei natürlich ein krasses Missverhältnis. Und dafür immer wieder neu zu kämpfen, dafür einzutreten, dafür zu werben, hielte er persönlich für eine ganz wichtige Sache.

Er freue sich, dass er in einem relativ freien Land lebte, indem er sein Recht wahrnehmen könne, zur 1.Mai-Demo zu gehen.

Auf dem Marktplatz gab es dann die vom Deutschen Gewerkschaftsbund, DGB, initiierte Kundgebung. Das Grußwort hielt Oberbürgermeister Boris Palmer. Sicherlich gab es für ihn schon angenehmere Auftritte.

Und hier sei es halt so, dass Teile der Linken auch ein Feindbild in ihm sähen. Das akzeptiere er. Er dächte, in der Sache hätten sie viele Übereinstimmungen. Am 1. Mai ginge es um gute Arbeit und da sei er natürlich auch mit der Politik der Stadt voll dabei.

Hauptrednerin war die griechische Ökonomin Marica Frangekis, die die Situation in ihrem Land aus ihrer Perspektive schilderte. Dafür gab es viel Beifall – auch von der Tübinger Politikprominenz, wie Heike Hänsel und Chris Kühn.

Aber sie halte es nach wie vor für wichtig, heute am 1. Mai auch ein klares Zeichen zu setzen für die sozialen Rechte, für die Arbeitnehmerrechte und auch für viele Forderungen jetzt im Vorfeld der Wahlen, der Euopawahlen, für ein soziales Europa. Vielen Menschen ginge es in Europa wirklich sehr schlecht aufgrund der Sparpolitik in Europa. Und deshalb fände sie es wichtig, auch hier ein Zeichen zu setzen und sich solidarisch zu erklären.

Ja er fände es ganz klar richtig zu sagen: sie brauchten in Europa mehr Solidarität. Auch der Hauptredebeitrag aus Griechenland wäre ganz klar: es ginge um ein gemeinsames Europa, dort eine stärkere Solidarität auch zu haben, zwischen den europäischen Staaten. Für ein sozialeres Europa auf die Straße zu gehen, fände er vollkommen richtig.

Auch Schaltungen zu Kundgebungen auf den Taksim-Platz nach Istanbul und nach Barcelona waren geplant. Doch zurück zur Innenpolitik. Da ist es auch eine Stärkung der Frauenrechte, die viele hier fordern, wie beispielsweise der Frauen Verband Courage.

Sie seien jedes Jahr auf dem 1. Mai dabei, weil sie dächten, die Frage der Frauenrechte und der gleichen Bezahlung, der Altersarmut und so weiter, beträfe hauptsächlich auch Frauen. Und sie setzten sich als bundesweiter Frauenverband für viele soziale Fragen ein, auch politische Fragen (...) Aber auf jeden Fall fände sie es gut, dass es Forderungen gegen Hartz-4 und für einen anständigen Mindestlohn gäbe. Und das es auch viele weitergehende Forderungen gäbe, nicht nur so ganz konkrete, sondern wirklich auch für eine andere Gesellschaft.

Die ersten Weichen hierfür können dann am 25. Mai gestellt werden. Dann ist Europawahl. Bei der letzten Wahl des europäischen Parlamentes 2009 hat nicht einmal jeder zweite Bundesbürger seine Stimme abgegeben.

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