G&V-Areal Metzingen | Bildquelle: RTF.1

Reutlingen:

Bittere Pille: Reutlingen und Tübingen klagen gegen Metzinger Bebauungspläne des Gaensslen&Völter-Areals

Stand: 03.10.15 11:19 Uhr

Der Reutlinger Gemeinderat ist der Vorgabe der Reutlinger Oberbürgermeisterin Barbara Bosch gefolgt, Klage gegen den positiven Bescheid zur Bebauung des ehemaligen Gaenslen-&-Völter-Areals in Metzingen einzureichen.


Die Ermessensgrundlage der Entscheidung des Regierungspräsidiums Tübingen sei fehlerhaft. Tübingen hatte bereits im März beschlossen, sich einer Klage Reutlingens anzuschließen. Damit sind die Pläne für die Neunutzung des Areals um eine Erweiterung der Outlets erst einmal auf Eis gelegt. Dazu gehört auch der geplante Umzug von Hugo Boss in ein größeres Gebäude. Reutlingen sowie eben auch Tübingen, befürchten in diesem Zusammenhang Kaufkraftverluste für die eigenen Innenstädte.

Er könne nur hoffen, dass sich noch ein Weg des Ausgleichs und des Verständnisses finde, so Ulrich Fiedler zu unserem Sender heute. Einen Weg, "der der gesamten Region gut tut und nicht nur den einzelnen Städten".

Die Reutlinger Klage verhindert aufschiebend, dass neuen Projekte, die die Kelternstadt für das Gaensslen&Völter-Areal in Erwägung zieht, über Jahre blockiert sind. Um schnell voranzukommen, waren alte Mietverträge vorzeitig gekündigt worden. Der Plan sieht unter anderem fünf neue Fabrikgeschäfte und die Erweiterung des Boss-Outlets vor.

Die Stadt Metzingen will die Planungen ihren Bürgern trotzdem am neunten Oktober bei einer Infoveranstaltung erläutern. Man wolle dabei "die Bürgerschaft einbinden in Veränderungen, die sich da jetzt einfach aufgrund des langen Planungszeitraums auch ergeben haben". Eine Bürgerempfehlung für eine Rahmenplanung gebe es ja bereits. Jetzt wolle man über die eine oder andere Veränderung diskutieren.

Aus dem Gaensslen&Völter-Gelände, so Fiedler, könne im Gesamten künftig neben den Stores ein ganz neues urbanes Stadtviertel werden, das einen großen Mehrwert für die ganze Stadt mit sich brächte.

Indessen wurde auf Antrag der Reutlinger CDU-Gemeinderatsfraktion in der besagten Gemeinderatssitzung ein zusätzlicher Antrag "für eine nachbarschaftliche Lösung" formuliert. Zudem hat die Reutlinger Oberbürgermeisterin Barbara Bosch weiter Gesprächsbereitschaft signalisiert.

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