Feuerwehr | Bildquelle: pixelio.de - E. Kopp Foto: pixelio.de - E. Kopp

Main-Tauber-Kreis:

Brandanschlag auf geplante Flüchtlingsunterkunft in Wertheim - OB: "Wir werden weitermachen"

Stand: 20.09.15 17:40 Uhr

In der Nacht ist ein mutmaßlicher Brandanschlag auf die Turnhalle der Polizeiakademie in Wertheim, der nördlichen Stadt Baden-Württembergs, verübt worden. Die Halle stand als Notunterkunft für Flüchtlinge bereit. OB Mikulicz stellte unmissverständlich klar: "Wertheim ist eine offene und hilfsbereite Stadt. Wir lassen uns durch die Tat Einzelner nicht beirren". Die Polizei fand Einbruchsspuren.

Inwiefern eine beschädigte Hintereingangstüre zur Halle sowie eine dunkel gekleidete Person, die von Zeugen zur Tatzeit am Brandobjekt beobachtet wurde, mit dem Brand in Verbindung stehen, muss noch ermittelt werden. In der Halle hielten sich zur Brandzeit keine Personen auf. Zwei Angestellte eines gegenüberliegenden Altenpflegeheimes wurden mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung in eine Klinik eingeliefert.

Die nächtliche Brandstiftung in Wertheim im Main-Tauber-Kreis sei auch ein Schlag ins Gesicht all derer, die seit einer Woche mit unermüdlichem ehrenamtlichem Engagement den Betrieb der Flüchtlingseinrichtung (LEA) sicherstellen. „Wir werden weitermachen," so OB Mikulicz, „und die Reihen werden sich noch fester schließen." Von Polizei und Staatsanwaltschaft erwarte er, dass der oder die Täter zur Verantwortung gezogen werden.

Polizeipräsident Hartmut Grasmück bestätigte, dass man nach derzeitiger Erkenntnis von Brandstiftung ausgehe. Der Kriminaldauerdienst aus Heilbronn habe mit Unterstützung von Spezialisten und Landeskriminalamt die Untersuchungen aufgenommen, die auch noch am Montag andauern würden. Dabei werte die Polizei auch Zeugenaussagen aus. Am Standort des Polizeireviers werde eine Ermittlungsgruppe mit zehn Beamten gebildet.

 

Eine große Hilfe waren laut Ludwig Lermann die Bundeswehrsoldaten, die während ihres Einsatzes für die LEA in der Feuerwache untergebracht sind. Sie unterstützten die Absicherung der Einsatzstelle, an der sich in kurzer Zeit viele Schaulustige eingefunden hatten.

Zwei Passanten, die Rauchgas inhaliert hatten, mussten ins Krankenhaus eingeliefert werden. Leitender Notarzt Dr. Wilhelm von Lamezan. „Es geht ihnen besser, aber sie konnten noch nicht entlassen werden."

Das durch den Brand schwer beschädigte Gebäude ist einsturzgefährdet und muss nach Einschätzung von Fachleuten abgerissen werden. Den Schaden haben damit auch die Sportvereine SG Wartberg und SV Nassig, denen die Halle für den Trainings- und Übungsbetrieb zur Verfügung stand. Das komplette Inventar – 330 Stockbetten mit Auflagen, Kissen und Decken – ist kontaminiert. In zweitägiger Arbeit war es gerade erst von den Helfern des Technischen Hilfswerks und der Bundeswehr aufgebaut worden.

Die Bestürzung über den Brandanschlag ist in Wertheim und der gesamten Region groß. Viele Menschen haben das Bedürfnis, ihr Entsetzen und ihre Solidarität mit den Flüchtlingen zum Ausdruck zu bringen. Der Verein „Willkommen in Wertheim" hat deshalb kurzfristig zur Solidaritätsaktion „Wertheim zeigt Flagge" aufgerufen. Treffpunkt ist heute, Sonntag, um 18.30 Uhr an der Polizeiturnhalle im Stadtteil Reinhardshof. Nach einer Schweigeminute ziehen die Teilnehmer gemeinsam zur LEA.

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