Budapest Ostbahnhof | Bildquelle: Pixabay.com

Budapest:

Polizei öffnet Ostbahnhof Budapest: Flüchtlinge stürmen Züge

Stand: 03.09.15 10:37 Uhr

Tausende Flüchtlinge sind heute Morgen erneut in den Ostbahnhof von Budapest gestürmt. Die Polizei hatte ihn frei gegeben. Nach einer ersten Welle ausreisender Flüchtlinge in dieser Woche hatte die Polizei den Bahnhof wieder für Flüchtlinge abgeriegelt. Tausende campierten seitdem vor dem Gebäude, verlangten teils mit gültigen Fahrkarten ebenfalls Einlass und skandierten teilweise "Germany, Germany". Dorthin waren die meisten ausgereisten Flüchtlinge gefahren. Am Münchner Hauptbahnhof waren diese Woche über zweieinhalb tausend Menschen eingetroffen. Sie wurden von Einsatzkräften und freiwilligen Helfern versorgt.

Viele Bürger brachten Lebensmittel, Windeln und weitere Güter. Straßen um den Münchner Hauptbahnhof waren abgesperrt. Nun ist möglicherweise ein weiterer Zustrom zu erwarten. Denn viele Flüchtlinge haben Medienberichten zufolge heute Züge gestürmt. Unklar ist aber, ob überhaupt welche Richtung Österreich und Deutschland losfahren.

Ärger zog Ungarn damit auf sich, dass es die vielen abreisenden Flüchtlinge wohl nicht registriert habe und somit offenbar los werden wolle, während es im Osten einen Abwehr-Zaun gegen weitere neue Flüchtlinge gebaut hat. Das Dublin-III-Abkommen sieht eigentlich vor, dass Flüchtlinge nur in dem EU- Mitgliedstaat einen Asylantrag stellen dürfen, den sie nach ihrer Flucht als erstes betreten haben. Da viele, die über die so genannte Balkan-Route flüchten, erstmals in Ungarn EU-Boden betreten, wäre dies dort der Fall.

Der Innenausschuss des Europäischen Parlaments debattiert unterdessen am heutigen Donnerstag mit dem Exekutivdirektor der EU-Grenzschutzagentur Frontex Fabrice Leggeri über die Überwachung der EU-Seeaußengrenzen. Vor der Debatte stimmt der Ausschuss über seine Stellungnahme über zusätzliche Mittel für ein Programm zur Umsiedlung von Flüchtlingen ab. Dieses sieht die Verteilung von 40.000 Asylbewerbern aus Italien und Griechenland auf andere EU-Mitgliedstaaten vor.

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