Rolls-Royce-Produktion | Bildquelle: obx-news/BMW Group

Einblick:

Rolls-Royce "Made in Germany" - Weder der Motor, noch die Haube sind britisch!

Stand: 15.08.15 15:09 Uhr

Er ist der Stolz des britischen Empire und Englands Flaggschiff auf den Straßen der Welt: der Rolls-Royce Phantom. Beeindruckende 5,84 Meter lang und in der Basisversion fast 400.000 Euro teuer. Was die wenigsten der exklusiven Käufer dieser Mega-Luxuslimousine wissen: Die Karosserie und auch der Motor des Super-Luxusautos werden nicht in England gefertigt, sondern in Deutschland - und zwar in Niederbayern.

Die Entscheidung der BMW-Konzernleitung war für die Rolls-Royce-Traditionalisten nur schwer verdaulich: Vor rund zehn Jahren wurde der Bau der Karosserie für den Phantom ins niederbayerische Dingolfing verlegt. Seitdem stammt die gesamte Karosserie aus dem Aluminium-Kompetenzzentrum des BMW-Werks Dingolfing. Die Karosserie aus Aluminium in Space-Frame-Bauweise wird von Hand zusammengeschweißt und dann gut verpackt nach Goodwood in England geliefert, wo sie lackiert wird. Täglich werden im Dingolfinger BMW-Werk mit großer Akribie mehrere Phantom-Karossen zusammengeschweißt: jede aus 200 Alu-Strangprofilen und 300 Blechteilen. Mittlerweile entstehen in Niederbayern, dort wo einst Eicher Traktoren und die legendären Glas Goggomobile montiert wurden, auch die Rolls-Royce Baureihen Ghost und Wraith.

Fahrzeugbau hat in Dingolfing Tradition: Waren es ab 1883 vor allem Sämaschinen und Pflüge, liefen ab den fünfziger Jahren in Dingolfing Automobile von den Bändern - damals noch Goggomobile der Hans Glas GmbH, das letzte mit dem "G" auf der Kühlerhaube vor 45 Jahren, also 1969. 1967 hatte die BMW AG die Glas Motorenwerke übernommen und drei Jahre später mit der Errichtung des neuen BMW Fahrzeugwerks 2.4 begonnen. Der erste BMW verließ 1973 das Werksgelände.

Heute ist das Werk Dingolfing der größte Produktionsstandort von BMW. 17.500 Mitarbeiter und 800 Auszubildende produzieren dort täglich 1.600 Autos von fünf BMW Baureihen vom 3er bis zum 7er, weitgehend komplett vom Stahlblech bis zum fertig montierten Automobil. Seit Übernahme des ehemaligen Glas-Werks durch BMW liefen in der niederbayerischen Autofabrik rund neun Millionen BMWs von den Bändern, im Jahr 2014 alleine über 369.000, darunter gepanzerte Sonderfahrzeuge oder auch der M5. Darüber hinaus werden dort Fahrwerkskomponenten und Fahrwerkssysteme für viele andere BMW Fahrzeugwerke weltweit produziert. Dingolfing ist heute auch Mittelpunkt für die Teileversorgung der weltweiten BMW und MINI Handelsorganisationen in über 130 Ländern der Erde.

Der Rolls-Royce Phantom allerdings hat auch noch andere deutsche Väter: so ist auch das Getriebe "Made in Germany" ebenso wie der bärenstarke 12-Zylinder-Motor: Der wird im BMW Werk München, Abteilung Sondermotorenfertigung montiert.

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