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Prostitutions-Überlebende - Sandra Norak spricht über ihre Zeit als Prostituierte

Wenn es um Prostitution geht besitzt gerade Deutschland eine der liberalsten Gesetzgebungen Europas. Kein Wunder also, dass Deutschland immer mehr zum Land des Sex-Tourismus wird. Dann wird auch gerne mal von Sex-Arbeit gesprochen, um das Milliardengeschäft Prostitution in einem besseren Licht dastehen zu lassen. Doch mit Arbeit hat das Dasein der Frauen in diesen Bordells nichts zu tun. Eine die das genau weiß ist Sandra Norak. Sie sieht sich als Prostitutions-Überlebende.

Schon im Alter von sechzehn Jahren geriet Sandra Norak in die Fänge eines sogenannten Lover-Boys. Lover-Boys sind Zuhälter und Menschenhändler, die jungen Mädchen die große Liebe vorgaukeln, sie emotional abhängig machen und sie von ihrem sozialen Umfeld nach und nach isolieren. Und das alles nur um ein Ziel zu erreichen: die Mädchen in die Zwangs-Prostitution zu treiben.

Es gäbe zwei Methoden um Mädchen und Frauen in die Prostitution zu bringen. Zum einen würde der Lover-Boy ein emotionales Verhältnis aufbauen. Dann würde er Schulden vorgeben, die er aus irgendeinem Grund nicht bezahlen könne. Zum Anderen würden Lover-Boys Frauen und Mädchen mit, beim Geschlechtsverkehr geschossenen Bildern erpressen.

Bei Sandra Norak wurde die erste Variante angewendet und so geriet sie in den Teufelskreis der Prostitution. Schon mit 18 Jahren als sie noch das Gymnasium besuchte, schaffte sie in den Ferien in sogenannten Flat-Rate-Bordellen an. 20 Freier am Tag waren hier an der Tagesordnung. Schnell war sie in weiteren Abhängigkeits-Verhältnissen, die durch Druck und Angst geschürt wurden.

Sandra Norak hat es nach sechs Jahren geschafft rauszukommen. Heute studiert sie Jura und setzt sich als Aktivistin für die Abschaffung der Prostitution ein. Wie hier in der Tübinger „achtbar" erzählte sie von ihren schrecklichen Erlebnissen und will so die Menschen aufklären.

Prostitution sei kein Job wie jeder andere, sondern immer ein Gewaltverhältnis. Es habe nichts mit Menschenwürde zu tun. Das Argument, es gäbe ja auch freiwillige Prostituierte kann Sandra Norak nicht nachvollziehen. In den sechs Jahren in denen sie in der Branche war, hat sie keine Frau kennen gelernt, die freiwillig anschaffen gegangen ist. Auch andere Argumente, die gerne angebracht werden, um die legale Prostitution zu rechtfertigen, sind ihrer Meinung nach falsch.

Durch Prostitution hätten Männer die Möglichkeit Dinge zu tun, die sie eigentlich nicht machen könnten. Somit würden sie gewalttätiger werden. Auch die Pornografie diene dazu ein gewaltvolles Sexbild in den Köpfen junger Männer zu etablieren. Viele dieser Männer wachsen dann mit diesem Bild im Kopf auf und sind der Meinung, sie hätten ebenfalls ein Recht auf eine solche Sexualität. Neben der Aufklärung wünscht sich Sandra Norak, dass der Staat endlich die Gesetzgebung ändert und die Prostitution verbietet.

Sandra Norak ist eine starke Persönlichkeit geworden, die sich nicht mehr einschüchtern lässt. Ihre Erfahrungen will sie teilen, um nun einen Nutzen daraus zu ziehen - immer in der Hoffnung, dass die Gesellschaft endlich aufwacht.

(Zuletzt geändert: Freitag, 15.06.18 - 09:09 Uhr   -   1655 mal angesehen)
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