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420 Jahre Osiander - landesweit größte Buchhandlung feiert Geburtstag

Die Osiandersche Buchhandlung wurde am 4. Juni 1596 von Erhard Cellius in Tübingen gegründet und später nach Christian Friedrich Osiander benannt. Doch das Unternehmen ist längst nicht mehr nur in Tübingen zu finden. Inzwischen betreibt Osiander in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Hessen und Bayern 36 Buchhandlungen und beschäftigt rund 550 Angestellte. Zum 420. Geburtstag haben die Geschäftsführer die Osiander-Zentrale in Tübingen zur Besichtigung geöffnet.

Die Osiander-Zentrale in Tübingen ist der Umschlagplatz für sämtliche Osiander-Filialen in Deutschland. Alle bestellten Bücher werden hier angeliefert, etikettiert, verteilt, schrankfertig gemacht, in Kisten verpackt, zum Transport bereit gestellt und noch nachts von Lieferanten an die einzelnen Buchhandlungen ausgelieftert. Den Vorteil sieht Geschäftsleiter Heinrich Riehtmüller darin, dass die meisten der Beschäftigten da sind, wo sie seiner Meinung nach am wichtigsten sind: direkt vor Ort beim Kunden.

Das ist aber nicht der einzige Service, den Osiander bietet: Die Buchhandlung sei eine der ersten Buchhandlungen, die EDV und Selbstbedienung eingeführt habe, die erste, die ihren eigenen Webshop hatte, und mit die erste, die auf E-Reading gesetzt und sich auch Kompetenzen beim digitalen Lesen angeeignet habe. "Wir sind eigentlich immer eine Firma, die alles wunderbar verbindet: Tradition und Fortschritt. Wir haben die Nase immer ziemlich weit vorn, wenn es um neue technische Entwicklungen geht."

Heute ist Osiander die älteste und größte Buchhandlung in Baden-Württemberg und die drittälteste in Deutschland, außerdem gehört Osiander zu den zehn größten Buchhandlungen im deutschsprachigen Raum. Dabei hatte 1596 alles ganz klein angefangen. Der Gründer Erhard Cellius sei vom damals neu aufgekommenen Buchdruck fasziniert gewesen. Es sei laut Riehtmüller also ganz neuer Medienbruch gewesen, und damit neue Möglichkeiten der Kommunikation und Information, die über den Buchdruck möglich waren. Und vielleicht könne man sagen, dass die Bücherwelt heute wieder vor einer ähnlichen Entwicklung stehe: wieder ein Medienbruch mit Digitalisierung, mit E-Books.

Dieser Herausforderung sieht der Osiander-Geschäftsführer aber gelassen entgegen. Die erste Euphorie sei bereits verflogen. Der E-Book-Anteil am Gesamtmarkt betrage nur knapp fünf Prozent. "Mit dem Buch als gedrucktem Medium weiß ich immer, wo ich bin. Ich bin vertraut mit der Technick, ich sehe, was mich noch erwartet. Ich kann vor und zurück blättern. Ich hab was in der Hand." Lesen habe auch etwas mit Haptik zu tun. "Wir sind alle so sozialisiert. Auch Kinder werden im Kleinkindesalter erstmal mit Pappbilderbüchern groß."

Osiander wolle den Kunden laut Riethmüller aber mehr bieten als nur Bücher. So gibt es in den Filialen regelmäßig Ausstellungen und Autorenlesungen.

(Zuletzt geändert: Samstag, 04.06.16 - 15:16 Uhr   -   3333 mal angesehen)
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