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Panda-Zwillinge geboren - Rollierende Betreuung: Zooteam will auch zweites Junges retten

Die Geburt von Panda-Zwillingen meldet der Smithsonian Zoo (Washington). Die beiden mausgroßen Großen Pandas kamen im Abstand von einigen Stunden auf die Welt. Um die Überlebenschancen beider Panda-Kinder zu erhöhen, wird von den Pflegern jeweils abwechselnd ein Panda-Junges außerhalb des Geheges versorgt. China verleiht seine Großen Pandas an ausländische Zoos grundsätzlich nur. Die Vertragsbedingungen sehen vor, dass auch der Nachwuchs China gehört.

Die beiden Großen Pandas wurden am 22. August 2015 um 17:35 Uhr und um 22:07 Uhr örtlicher Zeit von der Großen Panda-Bärin Mei Xiang geboren. Der erste Zwilling ist mit einem Geburtsgewicht von 86,3 Gramm deutlich weniger entwickelt wie das zweite Neugeborene, das ein Geburtsgewicht von 132,4 Gramm auf die Waage brachte.

Mei Xiang war im April 2015 künstlich befruchtet worden. Die Samen stammen von den Panda-Bären Tian Tian, der ebenfalls im National Zoo lebt, und von Hui Hui aus China.

Der Zoo hatte die Schwangerschaft völlig überraschend erst vor wenigen Tagen am 19. Augsut 2015  bei einer Ultraschall-Untersuchung von Mei Xiang entdeckt. Zuvor hatten die Untersuchungen der Panda-Bärin darauf hingedeutet, dass dem Zustand der Gebärmutter - des Uterus - nach keine Schwangerschaft bevorstehe. Nach der Entdeckung der Schwangeschaft hatte der Zoo bis kurz vor der Geburt noch davon gesprochen, dass es mit einiger Wahrscheinlichkeit auch noch zu einer Fehlgeburt oder zu einer Resorption - einer Auflösung - der Föten kommen könne. Dem Zoo zufolge sei es bei den Großen Pandas ein noch nicht erklärbares, häufiges Phänomen, dass Föten während der Schwangerschaft wieder resorbiert werden.

Als Geburtstermin war aufgrund der Ultraschall-Befunde ein Zeitraum zwischen Ende August und Anfang September angegeben worden. Die Panda-Bärin wurde mit einer Video-Kamera überwacht. Nach der Geburt des ersten Panda-Babies hatte zunächst nichts darauf hingedeutet, dass auch noch eine zweite Geburt bevorstehen würde. Einige Stunden später gab die Panda-Bärin aber nochmals die gleichen Geräusche von sich, welche das Zoo-Team bereits beim Einsetzen der Wehen während der ersten Geburt gehört hatten. So kam mit gut viereinhalb Stunden Abstand das zweite, größere Junge auf die Welt. Das Geschlecht der Zwillinge kann in diesem Alter noch nicht bestimmt werden.

Bei Zwillings- oder Drillingsgeburten überlebt in der Regel nur ein Junges. Das zeichnete sich auch in diesem Fall ab: Die Panda-Mutter versuchte, beide Junge aufzunehmen, was ihr aber nicht gelang. Sie konnte nur ein Junges aufnehmen und halten. Das Zoo-Team will die Überlebenswahrscheinlichkeit beider Jungtiere deswegen durch die sogenannte Wechsel-Methode erhöhen. Dabei wird jeweils abwechselnd ein Junges außerhalb des Geheges von den Pflegern in einem Brutkasten versorgt, so dass sich die Panda-Mutter auf das verbleibende Junge konzentrieren kann. Nach einigen Stunden werden die Jungtiere dann jeweils ausgewechselt.

Da das Jungtier, das als erstes aus dem Gehege genommen wurde, noch nicht bei seiner Mutter säugen konnte, bekam es ein Serum it Antikörpern (colostrum alternative) injiziert, das zuvor aus dem Blut der Panda-Mutter gewonnen worden war. Dadurch sollte das Immunsystem des neugeborenen Pandas mit Abwehrstoffen versorgt werden, die es sonst über die Muttermilch aufgenommen hätte.

Das Zoo-Team ist mittlerweile auch mit ihren Kollegen in China in Kontakt, um sich über die optimale Vorgehenweise bei der Versorgung und Aufzucht der beiden neugeborenen Großen Pandas auszutauschen.

Panda-Geburten außerhalb Chinas sind sehr selten. Das Verbreitungsgebiet des Großen Pandas beschränkt sich auf China. Pandas sind vom Aussterben bedroht: Im Laufe ihrer Evolution haben sich die früheren Fleischfresser auf Bambus als Nahrung spezialisiert.

Probleme macht den wild leben den Pandas neben der Zerstörung ihres Lebensraumes durch den Menschen vor allem auch das Phänomen der sogenannten Bambus-Blüte: Bambus blüht nur im Abstand von mehreren Jahrzehnten. Anschließend sterben die Bambus-Wälder der jeweils betroffenen Bambus-Art großflächig ab: Bis der Bambus aus den Samen nachgewachsen ist, finden die Großen Pandas kaum Nahrung und verhungern oft während dieses Regenerationsprozesses der Bambus-Wälder.

China hat deshalb bereits vor etlichen Jahren ein großangelegtes Panda-Erhaltungs-Programm gestartet. Ein Teil der Panda-Polupation wird in Gefangenschaft gehalten, um für Nachwuchs zu sorgen, der widerum ausgewildert werden kann.

Große Pandas kamen über Jahrzehnte allenfalls als Staatsgeschenke in Länder außerhalb Chinas. Mittlerweile schließt China mit ausgewählten Zoos weltweit Leihverträge ab: Die ausgeliehenen Pandas verbleiben im Besitz Chinas. Eventuell sich einstellender Nachwuchs gehört ebenfalls China.

(Zuletzt geändert: Donnerstag, 27.08.15 - 06:18 Uhr   -   1501 mal angesehen)
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