Steile Abhänge und scharfe Kurven – der knapp 18 Kilometer lange Alb-Gold Wadenbeißer ist kein Trail für schwache Nerven. Das Netz aus verschiedenen Mountainbike-Pfaden ist Teil der Bikezone Albstadt – einem Mountain-Bike Projekt des Tourismusverbands in Albstadt.
Laut Stafan Fischer, stellvertretender Leiter des Tourismusverbands, hat es die Bikezone aus gutem Grund unter die bundesweit Nominierten geschafftt. "Ich glaube, es ist eine kleine Besonderheit – Trails allgemein in Baden-Württemberg", erzählt Fischer.
"Es gibt ja die Zwei-Meter-Regel, weshalb es ja eigentlich schwierig ist, so kleine Pfade anbieten zu können. Wir haben hier eben eine gute Historie, haben eine gute Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Anspruchsgruppen. Und konnten deswegen auch ein relativ gutes und attraktives Angebot hier machen", so Fischer weiter.
Zur Erläuterung: Die Zwei-Meter-Regal besagt, dass ein Radweg in Baden-Württemberg erst ab zwei Metern Breite legal befahrbar ist. Eine Ausnahmegenehmigung für einen schmalen Mountainbike Trail erfordert eine Menge Engagement, um alle bürokratische Hürden zu überwinden, so Fischer.
Aber nicht nur die Hauptamtlichen haben alle Hände voll zu tun. Auch die Arbeit der Ehrenamtlichen spielt eine tragende Rolle, wie Sarah Häfele, Zuständige für die Bikezone Albstadt verrät. "Wir haben Wegpflege-Paten. Das sind hauptsächlich Mitglieder von Vereinen, beziehungsweise Bike-Vereine hier bei uns in Albstadt. Die überprüfen die Strecken immer, ob irgendwo Gefahren auftreten, ob die Beschilderung noch in Ordnung ist und so weiter", erklärt die Bikezone-Beauftragte.
"Das könnten wir einfach als Stadt gar nicht alleine personell stemmen", beteuert sie. Ohne ehrenamtliches Engagement ist quasi kein Mountainbike-Fahren möglich. Aber auch über die Bikezone Albstadt hinaus sei die Schwäbische Alb als Zweirad-Region in den letzten Jahren verstärkt in den Fokus gerückt.
"Da wird sowohl vom Dachverband 'Schwäbische Alb Tourismusverband' sehr viel gemacht, als auch natürlich von den ganzen Gemeinden, Landkreisen, die sich in den letzten Jahren mehr und mehr auf das Radfahr-Thema fokussiert haben – egal ob das jetzt Mountainbike, ob das normale Rennräder sind oder auch Travelbike-Angebote", so Fischer über die Entwicklung der Schwäbischen Alb als Fahrradregion.
Ein radsportübergreifendes Projekt sind die navigationsgeführten E-Bike Touren in Münsingen. Sie sind ebenfalls für den Bike-Spirit-Award nominiert. Hans-Peter Engelhart ist selbst begeisterter Radfahrer und setzt sich als Leiter der Tourismusabteilung für den Ausbau von Radwegen in und um Münsingen ein.
Im Mobilitätszentrum am Münsinger Bahnhof bietet die Stadt nicht nur einen E-Bike-Verleih, sondern informiert auch über Fahrradtouren im Umkreis. Jede einzelne Tour durchläuft ein aufwendiges Verfahren von der Planung über die Genehmigung bis zur Umsetzung.
"Da läuft es wirklich so, dass wir seit 12 Jahren jetzt Touren planen – wirklich auf einem Reißbrett. Das dann anschauen im Gelände, das dann alles probefahren, absprechen natürlich mit den entsprechenden Behörden, mit den Unteren Naturschutzbehörden, dann natürlich auch mit dem Landratsamt", erklärt der Leiter der Tourismusabteilung.
Laut Engelhart läuft die Zusammenarbeit mit allen Partnern und Sponsoren. Alle erkennen das Potenzial der Schwäbischen Alb als Fahrradregion und wollen dieses ausschöpfen.
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