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Kirchentellinsfurt:

Historische Bedeutung bewusst machen - Buch über den "Einsiedel im Schönbuch" vorgestellt

Der Einsiedel bei Kirchentellinsfurt ist nicht nur in Tübingen bekannt. Auch über die Region hinaus gilt er als beliebtes Ausflugsziel. Doch dass er auch im Lauf der Landesgeschichte immer wieder von Bedeutung war, ist weitgehend unbekannt. Die Autoren Andreas Heusel und Peter Maier wollten das ändern und haben deshalb nach jahrelanger Recherche ein Buch über den Einsiedel im Schönbuch herausgebracht.

Die einstige Pracht der Siedlung Einsiedel lässt sich heute nur noch erahnen. Der älteste erhaltene Teil ist das Schloss, das heute als katholisches Jugendgästehaus dient. Das von Graf Eberhard im Bart errichtete dreistöckige Jagdschloss und Stift brannten ab. Laut Autor Andreas Heusel sind die Spuren von Eberhard im Bart dennoch heute noch sichtbar.

„Eberhard im Bart war wohl tatsächlich sehr pferdeverrückt. Und kaum war er volljährig, vermutlich tatsächlich mit 14, gründete er auf dem Einsiedel ein Gestüt. Warum dort, wissen wir auch nicht. Und dieses Gestüt nimmt einen großen Aufschwung, so dass er dann bereits 1492 Teile des Gestütes nach Offenhausen / Marbach verlegt. Und so entstand eigentlich das heutige Haupt- und Landesgestüt."

In dem von Eberhard gegründetem Stift lebten erstmals Adlige, Kleriker und Bürger, gemeinsam zusammen, um das gesamte Land zu repräsentieren. Von besagtem Jagdschloss sind heute noch wenige Überreste erhalten. Nur noch wenige Mauern, die in einem kleinen Waldstück versteckt sind, seien zu sehen. Als Heusel die Mauer suchte, sei gerade eine Jugendgruppe auf dem Einsiedel gewesen. Als er dann das Efeu zur Seite schieben wollte, um ein Foto zu machen, entdeckte er zwei Kästen Bier, die dort von Jugendlichen versteckt worden waren.

Da bis dato nur wenig über die Geschichte des Einsiedel bekannt war, sind die Autoren während ihrer Recherchearbeiten permanent auf derartige und andere Überraschungen gestoßen.

Die Geschichte des Einsiedel begann schon weit vor Eberhard im Bart. Bereits in der Jungsteinzeit wurde auf dem Einsiedel gesiedelt. Das belegen Grabhügel, Fundamente und Kleinfunde. Mit ihrem Werk will das Autorenduo Heusel und Maier einen Überblick über die jahrhundertelange Geschichte geben. Sie träfen immer wieder Wanderer, die sehr interessiert seien an der Geschichte des Ortes.

Deshalb ist es für Andreas Heusel auch wichtig, dass die Geschichte des Einsiedels samt seiner historischen Bedeutung aus dem Schatten heraus tritt und von einer breiten Öffentlichkeit wahrgenommen wird. Das Buch „Der Einsiedel im Schönbuch" ist für 25 Euro bei der Gemeinde Kirchentellinsfurt zu erwerben.

(Zuletzt geändert: Dienstag, 29.01.19 - 18:04 Uhr   -   1462 mal angesehen)
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