Die Villa rustica in Hechingen-Stein ist aus dem Winterschlaf erwacht, auch wenn die heutigen Temperaturen das nicht vermuten lassen. Der Heizer, der das Hypokaustum, die römische Fußbodenheizung, befeuert, ist nur eine Puppe; beheizt werden kann die heutige Rekonstruktion der Römervilla nicht. Aber es sind auch dieses Jahr einige warme Tage zu erwarten, an denen das Museum spannende Einblicke in die Römerzeit erlaubt.
"Im Museum ist Antike zu erleben: Wie haben die Römer gelebt vor 2.000 Jahren? Wie haben sie gewohnt? Wie haben sie geheizt? Woran, an welche Götter haben sie geglaubt? Es sind nicht nur einfach Mauern, sondern man kann ein wiederbelebtes römisches Leben sehen", sagt Iris Kappler vom Förderverein Römisches Freilichtmuseum Hechingen-Stein.
In diesem Jahr besonders im Fokus: Krank sein in der Römerzeit. Das war für die Betroffenen eine schwierige Situation, denn einen Arzt konnte sich nicht jeder leisten. So mussten es also die Götter richten.
Iris Kappler: "Unsere Ausstellung widmet sich der Frage des Glaubens, ohne die Hilfe der Götter kann man nicht gesund werden, es gibt verschiedene Gottheiten, die für die Heilung zuständig waren, Aesculapius, unter anderem aber auch Apollo und Diana."
Apollo und Diana wurden an Hausaltären angebetet, aber auch im Tempelbezirk. Dieser war wohl während der Römerzeit nicht nur für die Villenbewohner gedacht, sondern er diente auch der umliegenden Bevölkerung als ein Ort der Anbetung.
Wer sich allerdings einen Arzt leisten konnte, der kam mit allerhand medizinischen Instrumenten in Kontakt, von denen die aktuelle Sonderausstellung im Römischen Freilichtmuseum einige Repliken, also Nachbildungen zeigt.
Iris Kappler: "Unter den Repliken kann man sehen, zum Beispiel, was ich spannend finde, eine frühe Prothese, eine Zahnprothese, die war nicht zum Kauen da, sondern für die Vorderzähne, dass wenn man lächelt, nicht zahnlückig da steht, die Eitelkeit stand da im Vordergrund."
Aber die Römer kannten auch schon Operationen am offenen Gehirn. Das Thema Heilkräuter kommt ebenfalls in der Sonderausstellung zur Sprache. Und auch sonst ist im Museum dieses Jahr jede Menge geboten.
Iris Kappler: "Wir haben unter anderem ganzjährig Museumsbelebungen, wir haben Vereinsmitglieder, die sich zum Beispiel am 19. April dem Thema des römischen Militärs widmen, am 1. Mai haben wir einen Familientag, da werden auch Gladiatoren gezeigt."
Doch das Highlight ist auch in diesem Jahr „Römer im Schein der Fackeln". Einhundertsiebzig Darsteller machen am zehnten und elften Oktober die Antike wieder lebendig. Römer kämpfen gegen Germanen, und auch ein Scorpio, eine römische Wurfmaschine, kommt wieder zum Einsatz.
Iris Kappler: "Und wir haben dieses Jahr zwei Gladiatoren-Truppen da, die tatsächlich nach sportlichen Regeln kämpfen, man kann also mitwetten, mitfiebern, miteifern und auf die jeweiligen Sieger oder Verlierer setzen."
Noch bis zum 1. November hat das Römische Freilichtmuseum Hechingen-Stein Dienstags bis Sonntags von 10 bis 17 Uhr geöffnet.
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