Henning wollte sich in die Rolle derer versetzen, die damals den Stadtbrand erlebet haben. "Ich war ja nicht dabei.", meint er. "Ich muss mir vorstellen, was passiert bei so einer krassen Katastrophe, bei der danach vier Fünftel der Stadt fehlen. Es ist eben nicht bloß das 'Es brennt'-Ding. Es ist alles außenrum. Es sind Menschen, es sind Einzelschicksale und die Frage: 'Was machen wir jetzt?'"
In seinem Kopf liefen die Ereignisse wie ein Film, zu dem er den Soundtrack schrieb. Dabei ließ er sich nicht auf ein Genre festnageln, sondern zog Inspiration aus allen möglichen. Auch sein Instrument ist einzigartig und vielseitig: ein zweihalsiger Tenor-Bass, den er in Zusammenarbeit mit verschiedenen Gitarrenbauern erschaffen hat. Gespielt in seiner berühmten 8-Finger-Technik, die auf einer polymorphen Griffbrettmatrix beruht.
Das Instrument ist durchaus vielseitig. "Wenn ich will, klingt es wie ein Klavier", erläutert er. "Und des Weiteren ist der Tonumfang natürlich spektakulär größer als bei einem Bass oder bei einer Gitarre. Und das ist das Ziel. Dass ich möglichst tief runter kann und gleichzeitig weit hoch."
Auch weitere Hilfsmittel kommen zum Einsatz. Darunter auch ein E-Bow, also ein elektrischer Bogen, der Akkorde so lang zieht, wie Henning sie will. Er ließ uns nur kleine Teile seines neuen Werks im Voraus hören, losgelöst vom Kontext. Seine Begründung: Er wolle zeigen, nicht erklären. Mehrere hundert Gäste können am Samstag in der Marienkirche die ganzen Kompositionen erleben. Auch das zentrale Theaterstück wird nur dieses eine Mal aufgeführt. Tickets sind keine mehr verfügbar.
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