30 statt 40 auf der Justinus-Kerner-Straße | Bildquelle: RTF.1

Reutlingen:

30 statt 40 auf der Reutlinger Justinus-Kerner-Straße

Stand: 24.08.26 16:00 Uhr

Lange hatten die Anwohner es gefordert, jetzt ist es soweit: Auf der Justinus-Kerner-Straße in Reutlingen gilt aus Lärmschutzgründen ganztägig Tempo 30. Die Temporeduzierung ist Teil der dritten Fortschreibung des Reutlinger Lärmaktionsplans, den der Gemeinderat im November letzten Jahres verabschiedet hat.


Der Reutlinger Oberbürgermeister Thomas Keck auf der Leiter. Symbolisch montiert er das 40er Schild ab – die bisher erlaubte Höchstgeschwindigkeit auf der Justinus-Kerner-Straße.

Ab jetzt gilt hier Tempo 30, ganztägig und flächendeckend. Es ist erste Maßnahme in der dritten Fortschreibung des Reutlinger Lärmaktionsplans. Damit sei Reutlingen eine von fünf Städten in ganz Deutschland, die große Teile ihres Durchgangsstraßennetzes verkehrslärmreduziert hat.

"Also diese Fortschreibungen sind ja gesetzlich verpflichtend. Wir müssen das machen. Hier zuerst, weil es hier seit langer langer Zeit immer wieder Beschwerden aus der Bürgerschaft gab und auch aus dem Gemeinderat ist aus verschiedenen Fraktionen immer wieder an uns heran getragen worden, dass hier ein prekäres Gebiet ist" erläutert Keck.

Prekär vor allem wegen der Lautstärke auf der viel befahrenen Straße. Die 30 Stundenkilometer sollen aber nicht nur Lärm reduzieren, sondern auch die Sicherheit im Straßenverkehr erhöhen.

"Grundsätzlich muss jedermann klar sein – und das muss man auch immer wieder sagen – dass sich der Bremsweg eines Autos bei Tempo 30 im Vergleich zu Tempo 50 um zwei Drittel verkürzt und der Anhalteweg sogar um 50 Prozent. Das ist doch etwas, also auch was die Sicherheit anbelangt" findet der Oberbürgermeister.

Trotz allem müsse man ein Maß zwischen Sicherheitsbedürfnissen, Wirtschaftlichkeit und Verkehrsflüssigkeit finden, findet auch der OB. Ein weiteres Ziel ist deshalb eine verbesserte Struktur für die öffentlichen Verkehrsmittel.

"Wir gehen in Richtung Sicherheit, Verbesserung des Wohnumfeldes, Stressreduktion, Aufenthaltsqualität und versuchen, das zu mitteln mit einer Flüssigkeit des ÖPNV. Wir werden Busbeschleunigungsmaßnahmen ergreifen. Vor allem über Vorrangschaltungen an Lichtsignalanlagen und Busspuren" so Keck.

Die Tempo 30 auf der Justinus-Kerner-Straße waren also nur der Anfang. 23 Maßnahmen umfasst die dritte Fortschreibung des Lärmaktionsplans insgesamt.

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