CureVac Logo auf Laborkittel | Bildquelle: RTF.1

Mainz/Tübingen:

BioNTech beschließt Aus für CureVac

Stand: 05.05.26 14:20 Uhr

Wenige Monate nach der Übernahme des Tübinger Impfstoff-Herstellers CureVac durch den Mainzer Konkurrenten BioNTech hat dieser am Dienstag das Aus für CureVac verkündet. Anlässlich der Veröffentlichung der Quartalszahlen kündigte BioNTech an, mehrere Produktionsstandorte zu schließen, darunter auch alle CureVac-Standorte. Insgesamt sind knapp 1.900 Stellen davon betroffen, davon 750 bei CureVac. Die Schließung ist bis Ende 2027 geplant.

Das Tübinger Unternehmen CureVac war Pionier bei den Messenger-RNA-Impfstoffen. Jetzt hat Neu-Eigentümer BioNTech das Aus für die Produktionsstandorte in Tübingen und Wiesbaden beschlossen.

Der CureVac-Betriebsrat weist die Entscheidung der Geschäftsleitung entschieden zurück. Er trage diese Betriebsschließung weder fachlich noch inhaltlich. Der Betriebsrat sei zu keinem Zeitpunkt in die Entscheidungsfindung einbezogen worden.

Auch die zuständige Gewerkschaft IGBCE kritisiert die BioNTech-Entscheidung scharf. Der geplante Kahlschlag sei eine gesellschaftliche Verantwortungslosigkeit und ein Frontalangriff auf die Beschäftigten.

Oberbürgermeister Boris Palmer reagierte mit großer Bestürzung und scharfer Kritik. Das sei ein schwerer Schlag für Tübingen, für Baden-Württemberg und vor allem für die vielen hochqualifizierten Beschäftigten, die CureVac über Jahre getragen hätten, so Palmer.

Besonders kritisch bewertet Palmer die Umstände und den Zeitpunkt der Entscheidung. Noch vor vier Monaten sei der Eindruck vermittelt worden, der Standort Tübingen könne im BionTech-Konzern eine tragende Rolle spielen. Dies beschädige Vertrauen in Unternehmenszusagen.

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