In Kooperation mit Forst BW pflanzen die Betreiber hundert Bäume auf dem knapp 1000 Hektar großen Gelände. Die neu gepflanzten Bäume sollen im Sommer Schatten spenden, leisten aber gleichzeitig auch einen wichtigen ökologischen Beitrag.
100 Bäume für 100 Jahre Hengstparade – unter diesem Motto läuft die groß angelegte Pflanzaktion mit Forst BW auf dem Gestüt in Marbach. Im Besucherzentrum haben die Verantwortlichen aus Forst- und Pferdewirtschaft über die Hintergründe der gemeinsamen Aktion aufgeklärt.
Die stellvertretende Gestütsleiterin Dr. Carolin Eiberger verrät, dass die Forstwirte alte Bekannte sind. "Wir haben schon eine viele, viele Jahre andauernde Kooperation mit dem Forst BW. Es gibt immer wieder gemeinsame Aktionen, wo wir gemeinsame Themen haben und da hat es sich angeboten, zu 100 Jahren Hengstparade hier gemeinsam 100 Bäume zu pflanzen", erzählt Eiberger.
Die feierliche Baumpflanzaktion mit Forst BW hat aber einen weiteren, durchaus ernsteren Hintergrund. Der Klimawandel stellt laut Felix Reining, stellvertretender Vorstandsvorsitzender von Forst BW, Tiere und Pflanzen vor bisher unbekannte Herausforderungen.
"Die Bäume leiden unter Trockenheit, Temperatur und unter Schädlingen. Und hier in der Landschaft der Schwäbischen Alb sieht man das besonders deutlich am Beispiel der Esche. Wir hatten hier sehr viele, alte Eschen auf den Weiden stehen und die Esche wird befallen von einem Pilz,der aus Südosten eingewandert ist und der von der Wärme profitiert im Klimawandel", erklärt Reining.
Die Wahl der neuen Bäume spielte deshalb eine wichtige Rolle. Auf der einen Seite sollten sie klimaresistent sein, auf der anderen sollten sie den Pferden so schnell wie möglich Schatten spenden.
"Wir pflanzen überwiegend Linden, Ahorne, Kirschen, auch Birken in Teilen und das sind heimische Baumarten, die mit dem Klimawandel gut zurecht kommen", erzählt Reining. "Wir haben jetzt hier Bäume gewählt, die etwa sieben Jahre alt bereits sind. Da haben wir bessere Startbedingungen", so Reiling weiter.
Eichen und Walnussbäume kämen nicht in Frage. Sie zählen zu den pferdetoxischen Bäumen und könnten schwerwiegende Symptome bei den Reittieren auslösen. Aber auch die Wurzeln der Bäume sind von Belang. Immerhin bietet das Juragebirge der Schwäbischen Alb die eine oder andere Herausforderung.
"Na gut, hier auf der Alb sind wir immer auf Teufels Hirnschale unterwegs. Das heißt man muss erst mal schauen, ob man überhaupt einen Baum in den Boden kriegt", scherzt Reining. "Wir haben es am einen oder anderen Pflanzort auch gesehen. Da muss man mit der Hacke kommen und mit dem Meißel. Aber es funktioniert. Es ist genügend Erde da und die Bäume sind auch für die Standortsverhältnisse hier auch genug geeignet", erklärt der Förster.
Beim Schutz der heranwachsenden Bäume wurden auch alle potenziellen Gefahren mit einkalkuliert. Gitter und Zäune schützen die Setzlinge vor Tieren jeder Größe – von der kleinen Maus bis zum großen Hengst.
Sowohl das Gestüt Marbach als auch Forst BW sind die größten Ausbilder in ihren Branchen. An Personalstärke mangelt es dank der Azubis also nicht.
"Wir haben gemeinsam rund 30 junge Menschen, die gemeinsam diese Bäume pflanzen", erzählt die stellvertretende Gestütsleiterin Carolin Eiberger. "Also eine tolle, gemeinschaftliche Aktion, die, denke ich, auch so ein bisschen verbindet und die jungen Menschen zusammenführt.", so Eiberger weiter.
Nicht nur im Forst, sondern auch in der Pferdewirtschaft wird in Generationen gedacht. Mit der Aktion ist also ein nachhaltiges Fundament für die Zukunft gelegt.
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