Echtes Handwerk aus der Region stand im Mittelpunkt des Neigschmeckt-Markts rund um den Reutlinger Stadtgarten. Obwohl das Hauptaugenmerk vermeintlich auf dem Kulinarischen lag, hielt der Markt einiges mehr bereit.
"Es ist immer wieder interessant zu sehen, was es hier gibt, was es auch Neues gibt", staunt Reutlinger Oberbürgermeister Thomas Keck. "Aber in erster Linie ist es eine Abbildung der Regionalität, die wir hier haben in Stadt und Kreis und Region Reutlingen. Und das ist das eigentlich Wertvolle hier", erklärt der OB.
Vor der offiziellen Eröffnung durch Oberbürgermeister Thomas Keck hat Pfarrer Sven Gallas einen Gottesdienst mit musikalischer Begleitung gehalten. An der Gitarre Jan Henning. Wir haben mit dem Gitarrenpionier mit Zweitwohnsitz in Los Angeles und eigenem Stand beim Neigschmeckt gesprochen.
Bei ihm steht das Saiteninstrument klar im Vordergrund. "Bei uns kann man Gitarre studieren. Man kann Musik produzieren. Man kann bei uns Gitarren designen und kaufen. Man kann bei uns ganz hervorragend Kaffee trinken kommen. Alles, was im weitesten Sinne mit Gitarre und Bass zu tun hat, hat bei uns ein Zuhause", so Henning.
Der Neigschmeckt lief in diesem Jahr unter der alleinigen Führung von Stefan Merkel ab. Auch wenn beim diesjährigen Markt Co-Veranstalter Bodo Schmitz fehlte, stand Merkel trotzdem nicht alleine da.
"Ich habe eine starke Partnerin an meiner Seite, die heute Morgen auch diese Regenschlacht geschlagen hat und alle dann an den richtigen Stand gewiesen hat. Die kannte dann irgendwann diesen ganzen Standplan auswendig und wusste, wer wo hinsteht. Ohne sie hätte ich das niemals hingekriegt", beteuert der Veranstalter.
Der Vormittag startete zuerst mit leichter Ernüchterung, da das Wetter dem Markt einen Strich durch die Rechnung zu machen drohte. Im Tagesverlauf wurde es aber zunehmend freundlicher und die Menschenmassen sammelten sich rund um die Stände.
Besonders begehrt bei den Besuchern war der Stand der Gartenschau Bad Urach. Die Ausstellung im kommenden Jahr scheint auf besonders großes Interesse zu stoßen. "Nicht mehr ganz ein Jahr, dann beginnt die Gartenschau am 30. April 2027 in Bad Urach", kündigt Claudia Sunder Plaßmann vom Orgateam der Gartenschau an.
"Und alle Besucher, die heute hier beim Neigschmeckt Markt sind, können sich einen Info-Flyer mitnehmen, ein paar Giveaways. Aber wir suchen auch weiterhin begeisterte Menschen für das Ehrenamt", so Sunder Plaßmann weiter. Egal ob als Botschafter, an der Kasse oder als Einweiser freut sich das Orgateam der Gartenschau über jede helfende Hand.
Mehr helfende Hände könnte auch bald der Neigschmeckt benötigen. Stefan Merkel hat den ein oder anderen Expansionsplan parat. "Es ist mal angedacht, dass wir es irgendwann mal auf zwei Tage machen, weil einige Beschicker haben gesagt, für sie ist der Aufwand für einen Tag dann doch relativ hoch", erklärt der Veranstalter.
"Wir haben ja dieses Jahr so ein kleines Pre-Opening gemacht im Stadtgarten – also um die Bühne rum. Wir haben ein bisschen Musik gemacht, aber das war jetzt noch nicht so der Bringer", verrät Merkel. Aus dem Neigschmeckt-Markt könnte also bald ein Neigschmeckt-Wochenende werden.
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