Containeranlage in Hechingen | Bildquelle: RTF.1

Hechingen:

60 Plätze für Flüchtlinge in neuer Containeranlage

Stand: 19.06.24 15:20 Uhr

Am Fürstengarten in Hechingen entsteht eine neue Containeranlage für geflüchtete Menschen - sowohl für die vorläufige, als auch für die Anschlussunterbringung. Die Stadt Hechingen und der Zollernalbkreis errichten die Anlage gemeinsam.


Was hier aussieht wie ein Haus, ist eigentlich eine Containeranlage für Geflüchtete. Sechzig Menschen sollen hier einziehen. Vierzig vom Zollernalbkreis in der vorläufigen Unterbringung und zwanzig von der Stadt Hechingen. Allerdings soll die Anlage sich langsam füllen, Kreis und Stadt sprechen von achtsamer Belegung.

"Wir werden jetzt nicht zum Tag X hier alle 60 Plätze auf einmal belegen", sagt Georg Link aus dem Balinger Landratsamt. "Sondern wir werden starten vielleicht mit 30 oder 40, je nachdem, wie die Zugangslage sich entwickelt, durch das, dass der Druck insgesamt noch nicht so groß ist, können wir einfach mit Augenmaß die Unterkünfte jetzt belegen."

So sehen die Zimmer aus: Fünfzehn Quadratmeter pro Person. Stockbett, Spind und Schreibtisch: Das ist alles. Eigene Möbel mitbringen ist verboten. Hinzu kommen Gemeinschaftsküchen, sanitäre Anlagen, Waschküchen, Aufenthaltsräume und ein Schulungsraum. Vorrangiges Ziel ist es, die Geflüchteten warm, trocken und satt zu bekommen, aber nicht nur das. Die Ansprüche von Kreis und Stadt gehen darüber hinaus:

"Gemeinsam mit den Netzwerkpartnern der Caritas auch hier vom Arbeitskreis Asyl sollen Beschäftigungsmöglichkeiten geschaffen werden", so Georg Link, "es sollen Sprachkurse angeboten werden, um den Menschen hier einfach eine Perspektive in Deutschland aufzuzeigen, wenn sie denn wollen."

Die Flüchtlingssituation in Hechingen und im Zollernalbkreis hat sich etwas entspannt. Man sei mit dieser Anlage jetzt „vor der Lage", sagt Landrat Günther-Martin Pauli. Als die Unterkunft geplant wurde, sah es noch ganz anders aus. Georg Link: "Wir hatten Mitte letzten Jahres sehr viel Druck aufgrund der großen Flüchtlingsströme, wir hatten nicht ausreichend Wohnraum und haben dann versucht jetzt, an verschiedenen Standorten neue Projekte aufzubauen."

Die enge Kooperation zwischen Landkreis und Stadt ist im Zollernalbkreis in dieser Form einzigartig. Als das Landratsamt das Projekt vorgeschlagen hatte, war man im Rathaus sofort Feuer und Flamme. Die erste Beigeordnete Dorothee Müllges sagte:  "Wir von der Verwaltung waren sofort offen für diese Idee, weil wir die Synergieffekte gleich gesehen haben, die sich daraus ergeben können, vor allem waren wir deshalb offen, weil wir unter Druck waren, was die Belegungszahlen in unseren Unterkünften anbelangt im letzten Sommer, Herbst."

Damals war die Stadt Hechingen vollbelegt gewesen und hatte auch keine weiteren Gebäude und Wohnungen mehr anmieten können.

Insgesamt ist die Containeranlage auf zehn Jahre angelegt. Was danach damit geschieht, ist unklar.

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