Knut Kircher in Reutlinger Volkshochschule | Bildquelle: RTF.1

Reutlingen:

Früherer FIFA-Schiedsrichter Knut Kircher besucht Volkshochschule

Stand: 12.06.24 11:55 Uhr

Nur noch wenige Tage - dann beginnt in Deutschland die Fußball-Europameisterschaft. Vom 14. Juni bis zum 14. Juli spielen insgesamt 24 Teams in 51 Spielen um den europäischen Titel. Ein Hauch von EM-Stimmung wehte bereits am Dienstag durch Reutlingen. Denn der ehemalige FIFA-Schiedsrichter Knut Kircher aus Rottenburg war in der Volkshochschule zu Gast und stellte sich den Fragen der Zuschauer.


Ein Turnier, wie die Fußball-Weltmeisterschaft vor zwei Jahren oder die anstehende Europameisterschaft, verfolgen viele Fans vor dem Fernseher oder im Stadion. Bei den meisten dürfte das Augenmerk dabei auf den Mannschaften und den Spielern liegen.

Parallel dazu läuft das Turnier aber auch für die Schiedsrichter – und dieser Ablauf unterscheidet sich gar nicht so sehr von dem der Teams, erzählt Knut Kircher: "Also die Schiedsrichter sind jetzt zu dem Turnier gestern angereist – in die Nähe von Frankfurt, wo sie untergebracht sind. Von dort aus werden sie im normalen Rhythmus – immer am Tag vor dem eigentlichen Spiel – dann an den Spielort reisen."

Danach – oder am Folgetag – gehe es zurück ins Trainingslager. Dort arbeiten die Schiedsrichter die Spiele auf. Es wird aber auch trainiert.

"Dort wird dann spezifisch trainiert, je nachdem: Habe ich in zwei Tagen oder in drei Tagen ein Spiel? Komme ich vom Spiel? So individuell wird dann auch mit den Schiedsrichterteams trainiert. Und ansonsten gilt es zu warten. Bekomme ich meine Spielansetzung?" so der frühere Schiedsrichter.

Kircher spricht mit der Erfahrung von 244 geleiteten Spielen in der ersten Fußball-Bundesliga. Dazu kommen Länderspiele, Europapokalspiele und DFB-Pokalspiele. Einer seiner Höhepunkte sei das Pokalfinale 2008 zwischen Bayern München und Borussia Dortmund gewesen, erzählt er.

Doch natürlich beantwortet er auch Fragen zum Regelwerk und über sich selbst. Die Liebe zum Fußball hat sich Kircher – trotz, oder gerade wegen einigen Regelanpassungen und der Einführung des Videoassistenten – bis heute bewahrt.

"Es ist trotzdem noch ein Fußballspiel. Es findet mit einem Fußball statt und es geht um die Tore und wer am Ende des Tages dann mit den meist geschossenen Toren gewonnen hat. Und das ist das Schöne, dass es ja immer noch Wurzeln hat und ein Grundverständnis hat" findet Kircher.

Deshalb wird er am 1. Juli auch der neue Geschäftsführer Sport und Kommunikation der DFB Schiri GmbH.

Aber auch die anstehende Europameisterschaft wolle er verfolgen – teilweise sogar Stadion. Doch wer wird denn jetzt eigentlich Europameister, Herr Kircher?

"Ja gut, da bin ich schon auch Patriot genug dass ich sage, ich würde mich wahnsinnig freuen wenn Deutschland in Deutschland Europameister wird. Es wird spannend, es ist ein Turnier. Da gibt es ganz viele Mannschaften und ich könnte wahrscheinlich noch mehr Geld ins Phrasenschwein schmeißen. Ich drücke die Daumen für die Deutsche Nationalmannschaft und würde mich freuen wenn sie es schaffen" sagt er.

Ob sie es schaffen, zeigt sich spätestens am 14. Juli. Ab Freitag darf bis dahin aber erst einmal – wie bei der letzten Europameisterschaft vor drei Jahren – vier Wochen lang diskutiert und Fußball geschaut werden.

WERBUNG:



Seitenanzeige: