rbb24 Recherche hat mit rund einem Dutzend betroffener Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern gesprochen. Sie erhalten Droh-Mails und -Briefe, werden auf der Straße angepöbelt oder in den sozialen Medien beleidigt und bedroht. Fast alle, die sich in einer breiteren Öffentlichkeit mit ihren Erkenntnissen zu strittigen Themen zu Wort melden, haben entsprechende Erfahrungen gemacht. Frauen erleben dabei häufig sexistische Anfeindungen.
Die Recherchen von rbb24 Recherche decken sich mit zwei internationalen Studien zu Hass-Angriffen auf Corona-Forscher und den Eindrücken der Sicherheitsbehörden und von Extremismus-Experten, die auch in Netzwerken orchestrierte Kampagnen gegen einzelne Wissenschaftler oder zu bestimmten Themen registrieren. "Wir konnten deutlich beobachten" so Gideon Botsch, Extremismus-Forscher vom Moses-Mendelssohn-Zentrum der Universität Potsdam, "dass hier über bestimmte Internetplattformen gezielt dazu aufgerufen wurde, gegen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vorzugehen, und dass hier auch Tipps und Tricks verbreitet wurden, wie man das machen kann."
Bislang wurden weder von den Sicherheitsbehörden noch von den Hochschulverbünden Zahlen zur Situation von Wissenschaftlern vorgelegt. Der Bundesverband Hochschulkommunikation reagiert mit seiner Initiative auf den Bedarf wissenschaftlicher Einrichtungen nach Unterstützung und Hilfe im Umgang mit dem Phänomen.
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