Polizeischriftzug auf Auto | Bildquelle: Pixabay.com

Reutlingen:

Drei Tote, 12 Verletzte bei Feuer in Reutlinger Pflegeheim für psychisch Kranke (GP.rt)

Stand: 18.01.23 15:15 Uhr

Drei Patienten starben bei einem verheerenden Feuer in einem Reutlinger Pflegeheim für psychisch Kranke. Es gibt zahlreiche Leicht- und eine Schwerverletzte. Das verheerende Feuer brach im 1. Stock in einem Patientenzimmer einer Wohngruppe der GP.rt aus.

 

 


 

+++ Lesen Sie hier unser UPDATE zum Pflegeheimbrand: +++

+++ Staatsanwaltschaft & Polizei ermitteln wegen Mordverdacht +++

 


 

Bei einem Brand in einem sozialpsychiatrischen Fachpflegeheim in der Oberlinstraße starben Dienstagabend in Reutlingen drei Personen. Insgesamt zwölf Personen wurden nach derzeitigem Stand verletzt, eine davon schwer. Das teilte das Polizeipräsidium Reutlingen in der Nacht zum 18. Januar 2023 in einer Presseinfo mit:

"Der Brand war nach derzeitigen Erkenntnissen im Obergeschoss des zweigeschossigen Gebäudes, in dem Personen unterschiedlichen Alters in mehreren Wohngruppen leben, ausgebrochen

Zum Zeitpunkt des Brandausbruchs befanden sich der Polizei zufolge 37 Bewohner und fünf Pflegekräfte in dem Gebäude.

Um 19.43 Uhr ging der Alarm über die automatische Brandmeldeanlage bei der integrierten Leitstelle der Feuerwehr und des Rettungsdienstes ein. Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei rückten mit einem Großaufgebot an Einsatzkräften zu dem Pflegeheim aus, wo der mit starker Rauchentwicklung einhergehende Brand im Obergeschoss festgestellt und gelöscht wurde.

Drei Bewohner, eine 53-jährige Frau und zwei Männer im Alter von 73 und 88 Jahren, konnten nur noch tot geborgen werden. Eine 57-jährige Frau wurde schwer verletzt;" Stand 01.00 Uhr erlitten elf Personen leichte Verletzungen.

"Die Verletzten wurden vom Rettungsdienst in umliegende Kliniken eingeliefert.

Die leicht verletzten Personen wurden nach Untersuchung und Behandlung in eine psychiatrische Fachklinik überstellt und dort weiter betreut. Der vom Brand betroffene Teil des Gebäudes ist nicht mehr bewohnbar. Der entstandene Sachschaden in vermutlich sechsstelliger Höhe kann noch nicht genau beziffert werden.

Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen"

Auf facebook schreibt die Stadt Reutlingen: 

"Um 19.43 Uhr ging der Notruf über die automatische Brandmeldeanlage des Hofguts Gaisbühl im Ringelbach ein. Nur sechs Minuten später traf der erste von zwei Löschzügen der Feuerwehr Reutlingen vor der betreuten Wohngruppe der Gemeindepsychiatrie Reutlingen (GP.rt) ein. Für drei Bewohner kam trotzdem jede Hilfe zu spät. Zwei weitere Personen wurden schwer verletzt ins Krankenhaus eingeliefert.

Ein schwarzer Abend für die Stadt Reutlingen", sagte Oberbürgermeister Thomas Keck, der wenig später am Einsatzort eintraf. Auch den insgesamt 61 Feuerwehrleuten sowie rund 40 weiteren Helfenden stand der Schock ins Gesicht geschrieben. „Als wir am Einsatzort eintrafen, saß eine Person mit rußgeschwärztem Gesicht vor der Eingangstür", schilderte Feuerwehr-Einsatzleiter Martin Reicherter die Situation vor Ort.

Betreuer berichteten von einem Brand im Obergeschoss des zweigeschossigen Gebäudes, einer Einrichtung der Eingliederungshilfe mit insgesamt vier Wohngruppen für jeweils acht Personen. Hinweise auf fünf Kinder, die sich ebenfalls in der betroffenen Wohngruppe aufhalten sollten bewahrheiteten sich nicht. Beim Eintreffen der Feuerwehr war das Feuer selbst bereits weitgehend erloschen, der Zustand der Räumlichkeiten ließ aber auf eine hohe Intensität schließen. Drei Menschen waren bereits einer Rauchgasinhalation erlegen, zwei weitere waren lebensgefährlich verletzt, so der leitende Notarzt Dr. Jörg Uwe Renz.

Das Feuer hatte sich offenkundig auf einen Raum beschränkt, dennoch mussten 20 weitere Türen geöffnet, weitere Räume durchsucht werden. Insgesamt waren 16 Bewohnerinnen und Bewohner des Fachpflegeheims für psychisch kranke ältere Menschen betroffen, elf Personen konnten nach eingehenden Untersuchungen ins naheliegende PP.rt, eine Klinik für Psychiatrie und Psychosomatik, verbracht werden, wo sie zur Stunde betreut werden, sagte Prof. Gerhard Längle, Leiter der Einrichtung auf dem Gaisbühl: „Wie genau die Situation entstanden ist, können wir noch nicht sagen".  Aber es sei eine katastrophale Situation für die Bewohner und  Mitarbeiter.

OB Keck und Landrat Fiedler erschüttert

„Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen der Verstorbenen sowie bei den Schwerverletzten", so Oberbürgermeister Thomas Keck.

Landrat Dr. Ulrich Fiedler betonte: „Bei aller Betroffenheit bin ich sehr dankbar zu sehen, wie die Einsatzkräfte aus dem Landkreis und darüber hinaus in hoher Qualität zusammenwirken."

Feuerwehrbürgermeister Roland Wintzen hob die sehr gute Zusammenarbeit der Rettungskräfte und der Mitarbeitenden der GP.rt hervor. Die Brandursache ist zur Stunde unbekannt. Die Kriminalpolizei hat die Ermittlungen aufgenommen.
Alarmiert wurden alle angrenzenden Rettungsdienstbereiche über die Oberleitstelle Baden-Württemberg, die jeweils mindestens zwei Rettungswagen und ein Notarzteinsatzfahrzeug schickten."

Das ZDF berichtete in den frühen Morgenstunden: "Nach dem Brand mit drei Toten in einem Pflegeheim im baden-württembergischen Reutlingen schwebt niemand mehr in Lebensgefahr. Vor Ort habe sich die Lage noch dramatischer dargestellt, aber im Krankenhaus habe es dann vorsichtige Entwarnung gegeben, sagte ein Polizeisprecher am frühen Mittwochmorgen."

Der Brand war am Dienstag Abend gegen 19:44 bei Polizei und Rettungskräften gemeldet worden. Offenbar sprang eine automatische Brandmeldeanlage an.

„Es gibt zahlreiche Leicht- und Schwerverletzte. Leider müssen wir nach jetzigem Stand auch von drei Toten ausgehen. zitierte  BILD am späten Abend Polizeisprecherin Andrea Kopp vom Polizeipräsidium Reutlingen: "In dem vom Brand betroffenen Haus befinden sich mehrere Apartments, in denen die Bewohner in Wohngruppen zusammenleben", so Kopp. Es sei "ein sehr tragisches Unglück".

Die drei Todesopfer starben an einer Rauchgasvergiftung, berichtete der SWR am Abend.

„In dem vom Brand betroffenen Haus befinden sich mehrere Apartments, in denen die Bewohner in Wohngruppen zusammenleben", sagte die Polizeisprecherin Andra Kopp am Abend gegenüber BILD.

In Medienberichten war am Abend von mindestens 2 Schwerverletzte und mehrere Leichtverletzte die Rede gewesen:  Ein Großaufgebot von Polizei und Feuerwehr sei vor Ort. Die Rettungskräften hätten 3 Leichen geborgen, hieß es.

Das Fachpflegeheim der GP.rt  befindet sich einer Mitteilung der Polizei zufolge im Bereich Oberlinstraße / Ringelbachstraße in Reutlingen. Die erste Meldung  zum Brand ging um 19:44 Uhr ein bei Polizei und Rettungskräften ein.

Brand in Patientzimmer im 1. Stock

Der Brand brach im 1. Stock in einem Wohnbereich aus und sei auf ein Patienenzimmer begrenzt  gewesen", berichtete  FOCUS am Abend unter Bezug auf den Einsatzleiters der Feuerwehr.

„Es war eine enorme psychische Belastung auch für die Trupps, die da drin waren. Wir haben unsere psychologische Nachsorge alarmiert", zitiert FOCUS Martin Reicherter von der Reutlinger Feuerwehr.

Erschüttert zeigte sich auch Oberbürgermeister Thomas Keck (SPD): „Es ist ein schwarzer Abend für Reutlingen", wird der Reutlinger OB, der noch am Abend eine Pressekonferenz vor Ort abhielt,  von mehreren Medien zitiert. Der Geschäftsführer der Einrichtung, Gerhard Längle, sagte demnach: „Es ist schlichtweg eine Katastrophe."

Die Ursache des Brandes sei noch unklar, berichtet der Reutlinger Generalanzeiger unter Bezug auf Polizeisprecherin Kopp: Das Feuer sei mittlerweile gelöscht;  die Feuerwehr sei noch mit Nachlöscharbeiten zugange. Der Brandort sei weiträumig abgesperrt.

Erstveröffentlichung: 18.01.2023-08:32

Stand: 18..01.2023-08:50

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