Corona in der Region | Bildquelle: RTF.1

Landkreis Reutlingen:

Keine Ausgangsbeschränkungen geplant

Stand: 29.03.21 17:37 Uhr

Nachdem die Corona-Verordnung fortgeschrieben wurde, hat auch der Landkreis Reutlingen bekannt gegeben, wie sich die aktuelle Situation vor Ort auswirkt.


Die Inzidenz-Zahlen sind im Landkreis Reutlingen seit Anfang März deutlich gestiegen. Bereits zum 19. März wurde die sogenannte Notbremse gezogen, die Lockerungen wie etwa die Möglichkeit des Click & Meet Verfahrens wieder zurückgenommen haben. Die gute Nachricht: es kommen im Landkreis Reutlingen, zumindest im Moment, keine weiteren Maßnahmen dazu. Landrat Reumann erklärt seine Entscheidung wie folgt: zum einen habe sich der weitere Anstieg der 7-Tage-Inzidenz deutlich abgeflacht, es gebe also momentan kein exponentielles Wachstum.Zum anderen berichten die Kreiskliniken, dass die Intensivstation momentan nicht überlastet sei. Außerdem, so Reumann, sei man mit der derzeitigen Inzidenz von 120,9 (Stand 28.03 16:00 Uhr) unter dem aktuellen Landesdurchschnitt.

Trotzdem können einzelne Maßnahmen ergriffen werden, beispielsweise in Gebieten, die zu Hot Spots werden könnten. Eine solche Maßnahme wird bereits umgesetzt, am Uracher Wasserfall. Denn bei schönem Wetter, drängt es die Menschen verstärkt nach draußen.

„Ich bin da nicht sehr glücklich drüber, wenn sie sich alle auf die touristischen Hot-Spots und Highlights konzentrieren. Die Schwäbische Alb ist so schön, es gibt so viele Möglichkeiten sich zu entspannen, die Natur zu genießen. Es müssen nicht immer dieselben Stellen sein. Und deshalb meine dringende Bitte: Schauen Sie sich an, wo können Sie hingehen, welche Möglichkeiten bietet unsere Schwäbische Alb noch", appelliert der Reutlinger Landrat an die Bevölkerung.

Auch das Treffen von Jugendlichen auf diversen Parkplätzen beobachtet der Landrat mit Sorge. Nur wenn alle sich an die aktuellen Maßnahmen halten würde, müssen man nicht durch weitere Beschränkungen eingreifen.

Feuerwehrkommandant Harald Herrmann berichtete außerdem, dass der Reutlinger Schnell-Test-Bus, der vergangene Woche an den Start gegangen ist, bei der Bevölkerung sehr gut angenommen wurde. Der Bus bietet in allen Reutlinger Stadtteilen die Möglichkeit sich testen zu lassen. Wenn es um das Thema Testen geht, liegt ihm allerdings eine Sache besonders am Herzen: „Ich möchte darauf hinweisen, dass in die Schnellteststellen nur Menschen kommen sollen, die keine Symptome haben. Menschen die Symptome haben, die sich krank fühlen, die sollen zu den Schwerpunktpraxen oder zu der Abstrichstelle der kassenärztlichen Vereinigung am Stadion Parkplatz an der Kreuzeiche gehen", betont Herrmann.

Eigentlich selbstverständlich – dennoch gab es schon Situationen, die gefährlich werden können. So habe sich letzte Woche beispielsweise eine Person beim Schnelltestbus gemeldet, um einen Abstrich zu machen. Bei der Befragung gab die Person nicht an, dass sie bereits als Kontaktperson gelistet war und Corona-Positiv ist. Das stellte sich erst beim Corona-Schnelltest und im Nachgang dazu heraus. Durch solch ein Verhalten würden sowohl die ganzen Test-Teams als auch Menschen ohne Symptome in den Warteschlangen vor Ort gefährdet, mahnt Herrmann.

Und auch beim Thema Impfen tut sich was – hier werden die mobilen Impfteams künftig für die nächste Gruppe in der Prioritätensetzung unterwegs sein. So werden die Impfteams nach Ostern in den Städten und Gemeinden den über 80-Jährigen vor Ort ein Angebot machen. Wichtig ist Herrmann, dass die Menschen warten, bis sie von der Stadt angeschrieben werden. Wenn sich jetzt alle telefonisch melden würden, gäbe es ein großes Chaos.

Die Inzidenz im Landkreis Reutlingen ist nach wie vor hoch – das Infektionsgeschehen insbesondere durch die britische Mutation unberechenbar. Alle Beteiligten appellieren daher vor allem an den gesunden Menschenverstand – und daran sich an die Maßnahmen zu halten. Auch über Ostern – denn ein Virus kenne keine Feiertage.

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