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Dettingen/Erms:

Bürger stellen Kreistag Empfehlungen zum Zukunftskonzept der Kreiskliniken vor

Stand: 30.01.14 17:20 Uhr

Mit ihrem "Zukunftskonzept 2018" versuchen die Kreiskliniken Reutlingen aus den roten Zahlen zu kommen und gleichzeitig alle drei Krankenhausstandorte in Reutlingen selbst, Bad Urach und Münsingen zu erhalten wir haben berichtet. Auch über den etwas unkonventionellen Weg mit der Bürgerbeteiligung in Form einer Bürgerwerkstatt, den die Verantwortlichen dabei beschritten haben, haben wir schon informiert. Doch jetzt ist es soweit, jetzt stehen die Ergebnisse dieser Bürgerwerkstatt fest und die wurden in Form von Empfehlungen gestern an den Kreistag übergeben, bei einer öffentlichen Sitzung in Dettingen/Erms.

Werbung fürs Krankenhaus – klingt nach einer wahren Sisiphos-Arbeit. Denn wer geht schon gern ins Krankenhaus, ist es doch zumeist mit Beschwerden und Schmerzen verbunden. Doch ein Krankenhaus ist heutzutage auch ein Wirtschaftsbetrieb und muss dementsprechend gewinnbringend arbeiten. Da gehört Werbung einfach dazu – so haben es zumindest die Mitwirkenden bei der Bürgerwerkstatt empfunden. "Kunden" oder besser Patienten gewinnt man nur, wenn die auch Bescheid wissen.

Man empfehle eine Homepage der Kreiskliniken, wo alle Leistungen der jeweiligen Standorte aufgeführt seien, erklärt Irmgard Naumann, eine Beteiligte der Bürgerwerkstatt. Und die Herren Bürgermeister und die Gemeinderäte müssten die Qualität ihres Zukunftskonzeptes, sowie die anderen Standorte in ihren Gemeinden kommunizieren. Urach sei kein Ort zum Sterben, Urach habe eine Grundversorgung und eine gute Daseinsversorgung und das müsse man eben den Bürgern aus Bad Urach bekannt geben.

Dabei wollen die 40 Teilnehmer der Bürgerwerkstatt auch gerne selbst mithelfen. Sie zeigen sich vom Zukunftskonzept überzeugt. Weitere Empfehlungen sind etwa die Stärkung des Ehrenamts, die Gründung eines Fördervereins und die bessere Kommunikation mit Nachbarkommunen, um eine Überschneidung der Leistungen der Krankenhäuser zu vermeiden.

Auf Bundesebene wolle man einsetzen, dass sich die Fallpauschale, das sich die Krankenhausfinanzierung ändere, so Naumann. Diesbezüglich habe die Bürgerwerkstatt bereits einen Brief an die politischen Verantwortlichen realisiert.

Der SPD-Landtagsabgeordnete Klaus Käppeler, nahm in symbolisch für die Landespolitik entgegen. Damit die von der Bürgerwerkstatt ausgearbeiteten Forderungen aber auch nach Berlin gelangen, ging die rote Mappe an Landrat Thomas Reumann, der versprochen hatte, sie an den entschuldigten CDU-Abgeordneten Michael Donth weiter zu leiten, damit die Resolution über ihn in den Bundestag gelangt.

Wenn man nicht selbst handele, dann würden andere für einen handeln und Tatsachen schaffen, Bund, Land, Kassen, merkt Reutlingens Landrat Thomas Reumann an.

Das Zukunftskonzept – daher so wichtig für den Erhalt aller drei Klinikstandorte. Die Bürger haben ihre "Pflicht" erfüllt – jetzt ist es am Kreistag und am Klinikvorstand über die gegebenen Empfehlungen zu beraten. Damit ein Beschluss zum "Zukunftskonzept Kreiskliniken Reutlingen 2018" noch vor der Sommerpause fallen kann.

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