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Kreis Reutlingen:

Kreisbauernverband Reutlingen zufrieden

Der Spätsommer ist Erntezeit und wie jedes Jahr informiert der Kreisbauernverband Reutlingen die Öffentlichkeit über das Ernteergebnis. Dieses Jahr ging es nach Zwiefalten auf den Hof der Familie Münch. Neben einem Erntefazit standen auch aktuelle agrarpolitische und gesellschaftliche Themen auf der Tagesordnung.

Die Ernte ist zum großen Teil bereits abgeschlossen. Für die Bauern war es deshalb Zeit, ein Resümee über das aktuelle Jahr zu halten. Deshalb hat der Kreisbauernverband Reutlingen zum traditionellen Erntepressegespräch geladen. Nach dem heißen Sommer und Herbst 2018 waren die Böden sehr trocken, so dass es bei der Saat teilweise zu Problemen kam. Insofern waren die Bauern gespannt darauf, wie das aktuelle Erntejahr aussieht.

Gebhard Aierstock, Vorsitzender Kreisbauernverband Reutlingen e.V.: "Insgesamt gehen wir von durchschnittlichen Erträgen. Wir hatten auch dieses Jahr wieder Wetterextreme, aber andersherum wie letztes Jahr – der April und Mai waren zu kalt. Das führt dazu die Obsterträge nicht ganz so toll waren bis hin zu Ausfällen. Das Getreideergebnis ist durchschnittlich und wir sind sehr froh über das angesagte Hochdruckwetter in den nächsten Tagen und wir denken das die Ernte dann ganz wegkommt."

Der Verband ist mit dem aktuellen Jahr zufrieden, da auch die Qualität sehr ordentlich ist. Wie Aierstock betonte, gebe es aber regionale Unterschiede. Von vielen Landwirten höre der Verband auch, dass in diesem Jahr abermals ein überregionaler Regen fehlte und auch die heißen Tage im Juni ertragsschädigend gewesen waren. Neben den Erntezahlen beschäftigte sich die Runde mit aktuellen Themen wie Klimawandel und Tierschutz. Von Seiten der Landwirte wird bemängelt, dass sie sehr häufig von der Öffentlichkeit an den Pranger gestellt würden - als Tierquäler und Umweltverschmutzer. Der Verband fordert auch eine EU-weite Standardisierung, um auch Wettbewerbsverzerrungen für deutsche Landwirte mit ihren hohen Standards zu verringern. Insgesamt werde von allen Seiten Druck auf die Landwirte ausgeübt, wie Aierstock betont.

Gebhard Aierstock, Vorsitzender Kreisbauernverband Reutlingen e.V.: "Wir sehen momentan erhebliche Ansprüche auf die Landwirtschaft einströmen, von politischen Strömungen, Ideologien, wenn man das aktuelle Beispiel „Volksbegehren Artenschutz", wo Forderungen aufgestellt werden von 50% Biolandwirtschaft, die schlicht und einfach nicht realistisch sind, da es die Verbraucher nicht kaufen werden."

Das Erntepressegespräch wird ebenfalls genutzt, um mit Vertretern der Politik über agrarpolitische Themen zu diskutieren. Und die anwesenden Bundes- und Landespolitiker waren sich darüber einig, dass die erwähnten Themen rational und realistisch und nicht zu sehr ideologisch angegangen werden müssen.

Karl-Wilhelm Röhm, CDU Landtagsabgeordneter Hechingen-Münsingen: "Es gibt natürlich einen Tierschutz, der eingehalten werden muss. Aber was man selbstverständlich nicht tun darf ist es übertriebene Anforderungen zu stellen und jemand der seine Tiere artgerecht hält auf die Anklagebank zu stellen oder zu verallgemeinern oder auf die Höfe einzudringen nach Belieben und zu filmen. Das geht eindeutig zu weit. Wir müssen die an den Pranger stellen, die sich nicht daran halten und  nicht verallgemeinern für alle Landwirte."

Pascal Kober, FDP, Bundestagsabgeordneter: "Es fehlt in der ganzen Diskussion an Vernunft und das Eingehen auf rationale Argumente. Wir erleben auf der einen Seite eine regelrechte Hysterie, wenn es um Klimaschutz geht und auf der anderen Seite sehen wir, dass der Verbraucher in seinen Geldbeutel schaut und preisbewusst entscheidet. Wir können es hier vor Ort auf allen Höfen erleben wie die Tiere leben und wie die Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden. Es ist geradezu idyllisch, was wir als konventionelle Landwirtschaft kennen im Gegensatz dazu wo die konventionelle Landwirtschaft auch mal hergekommen ist. Und das ist vielen Verbrauchern nicht bewusst."

Die Landwirte sind sich, nach Ansicht des Bauernverbandes, ihrer gesellschaftlichen Verantwortung auf dem Gebiet des Naturschutzes und Biodiversität bewusst. Gerade im Kreis Reutlingen mit seinem Biosphärengebiet gebe es eine gute Kooperation zwischen Landwirtschaft und Naturschutz.

(Zuletzt geändert: Freitag, 23.08.19 - 16:07 Uhr   -   268 mal angesehen)
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