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Landkreis Reutlingen:

Afrikanische Schweinepest - Sieben Verwahrstellen gegen Virus eingerichtet

Der Virus der Afrikanischen Schweinepest, kurz ASP, ist langlebig und äußerst resistent. Zwar gibt es bisher noch keine Fälle in Deutschland, trotzdem breitet sich der Erreger in der EU weiter aus. Um die Verbreitung der Seuche in Deutschland zu verhindern, hat das Ministerium für den Ländlichen Raum und Verbraucherschutz einen Maßnahmenkatalog aufgestellt. Dabei geht das Ministerium unter anderem auf die Einrichtung eines flächendeckenden Netzes von Verwahrstellen ein. Im Landkreis Reutlingen gibt es in Zukunft sieben solcher ASP-Verwahrstellen.

Hohes Fieber, Bewegungs- und Fressunlust, Blutungen, Blauverfärbungen, Atemnot und schließlich der Tod – das alles droht Haus- und Wildschweinen, wenn sie sich mit dem Erreger der Afrikanischen Schweinepest anstecken.

Das Virus ist für andere Tiere und den Menschen ungefährlich. Auch der Verzehr von kontaminierten Fleisch- oder Wurstprodukten stellt keine Gefahr dar. Allerdings würde die Einschleppung und Verbreitung des Erregers nicht nur ein qualvolles Abenden der Tiere bedeuten, sondern auch schwere wirtschaftliche Folgen mit sich bringen. Übertragen wird der Erreger vor allem über Zecken, Blut, Tiersekrete und Schweiß.

Aber auch der Mensch spielt bei der Verbreitung des Erregers ein große Rolle. So kann sich, durch unsachgemäße Entsorgung von ASP-virushaltigen Lebensmitteln oder deren Einschleppung aus dem Ausland, sowie verseuchtem Material an Schuhen und Fahrzeugen, der Erreger leicht verbreiten.

Laut dem Amtsleiter des Reutlinger Veterinäramtes, Thomas Bruckenheimer, sei es notwendig den Fund eines toten Wildschweins sofort zu melden. Wichtig dabei sei, den genauen Standort zu kennen. Das gehe am besten mit der Hilfe von GPS-Daten.

Die Verwahrstelle beim Münsinger Bauhof ist eine von sieben neuen im Landkreis Reutlingen. Hier sollen die potenziell infizierten Schweine sicher verwahrt werden, bis sie über eine Tierbeseitigungsanlage unschädlich entsorgt werden können. Wenn die toten Tiere im Wald liegen bleiben, bleibe auch der Erreger und der könne andere Tiere anstecken, erklärt Thomas Bruckenheimer.

Außerdem haben die Beteiligten Probensets mit Röhrchen zur Entnahme von Blut- oder Tupferproben eingerichtet. Diese sind unter anderem beim Veterinäramt auf Anfrage erhältlich. Einen Impfstoff gegen die Afrikanische Schweinepest gibt es bisher nicht. Die Verwahrstellen dienen dafür, durch die sogenannte Beprobung den Krankheitserreger festzustellen und für eine gezielte Sammlung und Entsorgung der Kadaver zu sorgen. Wenn Sie im Landkreis Reutlingen einen Fund oder Verdacht zu melden haben, wenden Sie sich bitte ans Kreisveterinäramt (Nummer: 07121 / 480 2460), damit unsere heimischen Schweine noch lange so nett mit dem Ringelschwanz wedeln können.

(Zuletzt geändert: Mittwoch, 05.06.19 - 17:05 Uhr   -   874 mal angesehen)
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