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Stuttgart :

Neue Studie zum Lehrerbedarf an weiterführenden Schulen in BW

Es herrscht nach wie vor akuter Lehrermangel - von Seiten des Kultusministeriums wurden zwar schon Anreize für Lehrer geschaffen, doch diese reichen - laut der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Baden-Württemberg, kurz GEW, - angesichts der steigenden Schülerzahlen, bei Weitem nicht aus. Laut der GEW seien bis zum Schuljahr 2030/2031, mindestens 6 200 neue Stellen nötig, um die steigenden Schülerzahlen aufzufangen. Diese Stellen müssten durch verschiedene Maßnahmen aufgebaut werden.

Bereits 2017 hatte der Essener Bildungswissenschaftler Prof. Klaus Klemm eine Lehrerbedarfsprognose für die Grundschulen im Südwesten vorgelegt, nach der bis 2030 fast 12 000 Stellen neu besetzt werden müssen.

Auf Druck der GEW hat die Landesregierung jetzt bis zum Wintersemester 2019/2020, 400 neue Studienplätze geschaffen. Doch das reiche laut der GEW-Landesvorsitzenden, Doro Moritz, bei Weitem nicht aus.

Moritz stellte am Mittwoch bei einer Landespressekonferenz in Stuttgart Klemms neue Studie vor, die sich der Lehrerbedarfsentwicklung in den öffentlichen und privaten weiterführenden Schulen und Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren, kurz SBBZ, in Baden-Württemberg zwischen 2016 und 2035 widmet.

Um den drohenden Lehrermangel in den weiterführenden Schulen zu verhindern, werden bis zum Jahr 2030 mindestens 6254 zusätzliche Stellen benötigt - allein aufgrund der steigenden Schülerzahlen.

Wenn man die Schulen durch Ganztagsangebote, einer höheren Vertretungsreserve und Klassenleitungsstunden dann noch verbessern wolle, müsste die Landesregierung in den nächsten 15 Jahren rund 10 500 neue Stellen schaffen, so Moritz.

„Und wenn man dann betrachtet wie sich der Lehrkräftebestand entwickelt in den nächsten Jahren, dann wird die Situation dramatisch. Abgebildet ist wie an den Sekundarschulen, Gymnasien und an den SBBZ, den Sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentren, die Zahl der Lehrer rückläufig ist, durch Pensionierungen" so Moritz in ihrer Rede.

Zugrunde gelegt sei dabei, dass die Lehrkräfte mit 64 in Pension gehen. Dies sei aber nur bei 26% der Fall. Viele würden bereits früher gehen. Anstatt zu versuchen, pensionierte Lehrkräfte wieder zu mobilisieren, sollten, laut Moritz, Anreize geschaffen werden, damit die aktiven Lehrerinnen und Lehrer bis zur gesetzlichen Altersgrenze blieben. Eine Erhöhung der Altersermäßigung könnte daher als Sofortmaßnahme fungieren.

Die Maßnahme der Kultusministerin Susanne Eisenmann, übergangsweise auch nicht ausgebildete Lehrerinnen und Lehrer einzustellen, empfindet Moritz hingegen als falsch, da dies nicht im Sinne des Qualitätsanspruches stünde.

„Und mich ärgert auch, dass als Maßnahme zur Senkung des Lehrermangels, Kultusministerin Eisenmann, die Teilzeitbeschäftigung und -beurlaubung aus sonstigen Gründen kassieren will. Sehr viele Lehrerinnen und Lehrer arbeiten Teilzeit und sagen, ich schaffe das volle Deputat nicht, und insofern ist das absolut kontraproduktiv, wenn hier ein Riegel vorgeschoben werden soll" so Moritz.

Zusätzliche Studienplätze, attraktivere Einstellunsgbedingungen, Qualifikationen und Weiterbeschäftigung von Vertretungslehrern – nur einige der Vorschläge der GEW an die Landesregierung.

Laut Moritz wäre jetzt ein guter Zeitpunkt um zu handeln, denn die Kassen seien voll und die Daten für eine verlässliche Lehrerbedarfsplanung lägen jetzt auch vor.

(Zuletzt geändert: Mittwoch, 06.02.19 - 18:41 Uhr   -   367 mal angesehen)
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