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Region Neckar-Alb:

Warnstreiks im öffentlichen Dienst

"Wir sind es wert" hat sich die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di auf die Fahnen geschrieben. Und "Wir sind es wert" heißt es auch als Begründung bei den aktuellen Tarifverhandlungen im Öffentlichen Dienst. Konkret geht es um die Beschäftigten im Öffentlichen Dienst der Länder. Hier herrscht ein großer Unterschied bei der Bezahlung zwischen den Länderbeschäftigen und denen von Bund und Kommunen. Um die Arbeitgeber zu schnelleren Entscheidungen zu motivieren, stehen in der Region Neckar-Alb in den kommenden Tagen kurze Warnstreiks an.

Das Land zahle im Vergleich mit Bund und Kommunen seinen Beschäftigten deutlich am wenigsten, heißt es von ver.di. Das liege auch an den guten Steuereinnahmen auf kommunaler und Bundesebene. Ein besonders populäres Beispiel ist laut Özge Aygün (ver.di-Gewerkschaftssekretärin für den Bereich Öffentlicher Dienst) das der Erzieher in Kindertageseinrichtungen: "Eine erfahrene Erzieherin im kommunalen Bereich verdient aktuell über 400 Euro mehr im Monat als ihre Kollegin im Länderbereich. Wenn man das hochrechnet über ein Jahr, dann hat sie mehr als 5000 Euro mehr im Jahr, weil sie nur in einer kommunalen Einrichtung arbeitet. Die Länderkollegin, die die gleiche Ausbildung hat, die gleiche Tätigkeit macht, verdient übers Jahr hinweg über 5000 Euro weniger." In den Augen von ver.di und der Beschäftigten ist das nicht hinzunehmen.

Bereits im Dezember hatte die Gewerkschaft klare Forderungen gestellt: Die Entgelte sollen um 6 Prozent, mindestens aber 200 Euro monatlich steigen. Im Pflegebereich fordert ver.di 300 Euro mehr für die Beschäftigen. 100 Euro mehr im Monat sollen es für Azubis und Praktikanten sein. Außerdem fordert die Gewerkschaft die zeit- und inhaltsgleiche Übertragung des Tarifergebnisses für Landes- und Kommunalbeamte sowie Versorgungsempfänger. Der öffentliche Dienst stehe laut Aygün in Deutschland für die Daseinsfürsorge. "Der öffentliche Dienst – egal ob Bund, Land oder Kommune – ist dafür da, ihren Bürgerinnen und Bürgern die Rahmenbedingungen für ihren Alltag zu schaffen, dieser Gesellschaft zu schaffen. Sie schafft auch die guten Rahmenbedingungen für unsere fluktuierende Privatwirtschaft." Deshalb sei es ungerecht, wenn die Länderbeschäftigten 4,4 Prozentpunkte von der gesamttariflichen Entwicklung in Deutschland abgehängt seien.

Die erste Verhandlungsrunde war am gestrigen Montag in Berlin. "Um Bewegung in die Verhandlungen zu bringen, haben wir bei uns in der Region entschieden, morgen am Mittwoch an der Hochschule in Reutlingen eine Mittagspause- und Warnstreikaktion zu machen," – so Benjamin Stein, ver.di-Geschäftsführer vom Bezirk Fils-Neckar-Alb. In der kommenden Woche solle es an der Universität Tübingen am Mittwoch auch in der Mittagspause eine verlängerte Mittagspause / Warnstreikaktion geben. Die zweite Verhandlungsrunde steht am 7. Februar in Potsdam an. Sollten sich die Arbeitgeber bis dahin nicht bewegt haben, so steht für Benjamin Stein fest, dann werden sich die Arbeitnehmer weiter bewegen und mit weiteren Warnstreiks gemeinschaftlich Druck ausüben.

(Zuletzt geändert: Dienstag, 22.01.19 - 16:38 Uhr   -   610 mal angesehen)
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