Unfall auf der Genkinger Steige | Bildquelle: RTF.1

Verkehr:

Black-Box im Auto? Diskussion um Einbau von Unfalldatenspeichern

Stand: 16.01.18 12:44 Uhr

Überwachungstechnik im Auto? Ein Drittel der befragten Autofahrerinnen und Autofahrer haben damit offenbar kein Problem: 34 Prozent sind der Meinung, dass in Autos sogenannte Unfalldatenspeicher (UDS) verpflichtend eingebaut werden sollten. Dies ergab eine repräsentative Befragung von 2.000 Autofahrerinnen und Autofahrern im Auftrag des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR).

Weitere 14 Prozent befürworten in der Umfrage eines Marktforschungsinstituts einen obligatorischen Einbau bei beruflich genutzten Fahrzeugen. Weniger als die Hälfte (42 Prozent) der Befragten ist gegen den verpflichtenden Einbau solcher Geräte, jeder Zehnte hat dazu keine Meinung.

Die Befürworter des Einbaus sehen als Hauptvorteile, dass der UDS zur besseren Analyse von Unfällen beiträgt (85 Prozent), die Klärung der Schuldfrage erleichtert (81 Prozent), Erkenntnisse für die Unfallforschung liefert (66 Prozent) und das Verhalten der Verkehrsteilnehmer positiv beeinflussen kann (61 Prozent). Die Gegner befürchten in erster Linie eine Verletzung des Datenschutzes (69 Prozent) sowie technische Manipulationsmöglichkeiten (39 Prozent). UDS erfassen permanent fahrdynamische und fahrtechnische Daten, ähnlich wie die Black Box in Flugzeugen. Die Daten werden automatisch nach wenigen Sekunden gelöscht. Kurz vor, während und unmittelbar nach einem Unfall bleiben sie aber erhalten.

Der DVR empfiehlt den freiwilligen Einbau von UDS im Interesse einer verbesserten Unfallforschung und Unfallaufklärung und fordert einen wissenschaftlich begleiteten Feldversuch zur langfristigen Wirkung dieser Geräte. Allerdings müssten die Belange des Datenschutzes sowie die Manipulationssicherheit gewährleistet sein.

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