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Berlin / Serbien:

Lufthansa-Passagier will Flugzeugtüre öffnen - Handballspieler überwältigen möglichen Flugzeug-Attentäter

Stand: 07.12.15 09:22 Uhr

06.12.2015. Auf einem Lufthansa-Flug von Deutschland nach Serbien ist es über Österreich in 11.000 Meter Höhe zu einem Zwischenfall gekommen: Ein jordanischer Passagier mit US-amerikanischen Pass hat sich an einer Flugzeug-Außentür zu schaffen gemacht. Der Mann wurde von Mitgliedern des serbischen Handball-Sportclubs RK "Vojvodina" überwältigt. Nach Angaben des serbischen TV-Senders RTS soll der Mann zuvor vergeblich versucht haben, ins Cockpit einzudringen.

Bislang ist der genaue Hergang unklar: Der serbische TV-Sender RTS und die Belgrader Tageszeitung Blic berichten, der Mann habe zuvor versucht, sich in 11.000 Meter Höhe Zugang zum Cockpit zu verschaffen. Die Lufthansa hat das - Medienberichten zufolge - dementiert. Der Passagier habe Lufthansa zufolge nur versucht, sich an einer Flugzeug-Außentüre zu schaffen zu machen. Außentüren würden sich während eines Fluges aber nicht öffnen lassen.

Als sich der Mann an einer Außentür der Lufthansa-Maschine zuschaffen machte, wurden mitreisende Mitglieder des Handball-Sportclubs RK "Vojvodina" auf den Vorgang aufmerksam. Gemeinsam überwältigten sie den verdächtigen Passagier.

Sportclub-Direktor Milan Djukic, der ebenfalls mit an Bord war, hat die Ereignisse der Belgrader Tageszeitung "Blic"  geschildert: Mitten während des Fluges habe der Mann gerufen "Öffnen Sie dieFlugzeugtür!" und versucht, ins Clockpit einzudringen. Die Crew habe aber ein Öffnen der Tür zum Cockpit verhindert. Die Cockpit-Türe sei nicht geöffnet worden. Dann habe der Mann gerufen: "Ich werde die Flugzeug-Tür öffnen" und sich an einer Außentür des Flugzeugs zu schaffen gemacht.

Der Mann sei daraufhim von Vojvodina-Trainer-Assistent  Milan Mirkovic und dem Handballspieler Aleksej Rastvorcev "niedergekämpft" worden. Anschließend sei der Mann in die Business-Klasse verfrachtet worden. Dort habe er sich bis zum Ende des  Fluges ruhig verhalten.  Die Handballer Mirkovic und Rastvorcev hätten den Mann die ganze Zeit im Auge behalten.

Djukik sagte der Tageszeitung Blic, der Mann habe schon während des Boardings einen verdächtigen Eindruck gemacht. Bislang ist unklar, ob der Passagier geistig verwirrt war, oder ein islamistischer Terror-Hintergrund vorliegt. n-tv.de zufolge hab der Mann aber gerufen, "er habe den Verstand verloren und wolle zu Allah gemeinsam mit allen Passagieren".

Die Lufthansa Crew hat den Berichten zufolge dem Kontrollzentrum gegenüber keinen Notfall erklärt. Die Lufthansa-Maschine landete anschließend um 12.45 Uhr sicher in Belgrad. Die Mitglieder des Sportclubs fixierten den Mann währenddessen auf einem Sitz. Nach der Landung wurde der Mann von der serbischen Polizei aus dem Flugzeug geholt und zur Belgrader Polizei gebracht. Dort wurde er in Untersuchungshaft genommen, verhört und wegen "Allgemeiner Gefährdung" angeklagt. Eine Anklage unter diesem Straftatbestand ermöglicht RTS zufolge eine vorläufige Inhaftierung für die Dauer von bis zu 48 Stunden.

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