viele Bürger bei der Informationsveranstaltung in der Walther-Groz-Schule Albstadt | Bildquelle: RTF.1

Albstadt:

Pauli und Tralmer informieren zu Flüchtlingsunterbringung

Stand: 25.10.23 17:00 Uhr

In den Zollernalbkreis und damit auch nach Albstadt werden neue Geflüchtete kommen - das steht fest. Was noch nicht in allen Fällen feststeht, ist, wo sie unterkommen. Eine Möglichkeit dafür bietet die Kreissporthalle in Albstadt. Den Fragen der Bürger zu diesem Thema stellten sich am Dienstagabend Landrat Günther-Martin Pauli und Oberbürgermeister Roland Tralmer.


Es war viel los im Foyer der Walther-Groz-Schule – so viel, dass einige Leute draußen bleiben mussten und über Lautsprecher dem drinnen Gesagten zuhörten. Darunter befanden sich auch einige Demonstranten, die wie am vergangenen Sonntag laut ihrem Unmut über die Pläne zur Belegung der Halle mit Geflüchteten Gehör verschafften. Die Polizei war ebenfalls vor Ort.

Am Sonntag hatten sich rund 800 Menschen dem Demonstrationszug angeschlossen. Auch dort hatte Oberbürgermeister Roland Tralmer zu den anwesenden Bürgern gesprochen.

"Mir geht's darum, in den Dialog einzutreten mit all jenen, die sich sachlich auseinandersetzen wollen. In mir Gegner finden aber all jene, die aufputschen, um persönliches, politisches Kapital herauszuschlagen. Am Sonntag waren alle dabei."

Auch an diesem Abend gab es nicht nur sachliche Diskussionen mit verschiedenen Meinungen. Beiträge reichten von an den Landrat gerichteten Zwischenrufen wie "Die Flüchtlinge schicken wir zu Ihnen!" bis zu der Aufforderung eines Bewohners an seine Mitbürger, sich doch einmal in die Situation der Geflüchteten hineinzuversetzen und solidarisch zu zeigen. Zum Großteil lief die Veranstaltung aber geordnet ab.

Landrat Pauli war es wichtig zu betonen, dass noch nicht feststeht, ob die Halle überhaupt belegt werden muss. Konkreteres soll zum Beginn der Herbsferien feststehen. "Wir werden noch in den nächsten Tagen darum ringen, dass wir intelligentere Unterbringungsmöglichkeiten bekommen. Weil so ein Massenquartier ist immer auch für alle Beteiligten sehr anstrengend und auch für die Menschen, die dort unterkommen, nicht die ideale Lösung. Deswegen suchen wir noch bessere Wohnungsmöglichkeiten, möglicherweise auch Containerlösungen, aber die werden nicht sofort da sein."

Falls Geflüchtete in der Halle unterkommen, wäre das nur eine vorläufige Lösung. Spätestens im Frühjahr 2024 soll die Halle wieder frei sein. Wo der Sportunterricht zwischenzeitlich stattfinden kann, planen Stadt und Landkreis auch schon: der Kontakt zu Vereinen in Albstadt und Meßstetten stehe bereits, um deren Hallen für Schul- und Vereinssport mitzubenutzen.

Die Sorge vor Übergriffen der eventuell in der Halle untergebrachten Menschen auf Schüler und Anwohner wurde von mehreren Personen angesprochen. Tralmer betonte, es sei ihm wichtig, diese Ängste ernstzunehmen. Deshalb sei es notwendig, dass von vorneherein ein Sicherheitskonzept stehe. "Das heißt: 24 Stunden am Tag, 7 Tage in der Woche Sicherheitsdienst, der für Ruhe und Ordnung sorgt, in Kooperation mit der Polizei, in Kooperation mit unserem kommunalen Ordnungsdienst. Das heißt aber nicht, dass jeder und jede, die hier vielleicht untergebracht werden, automatisch als Schwerverbrecher hier erscheint."

200 bis 300 Geflüchtete werden nach jetzigem Kenntnisstand bis Ende des Jahres in den Zollernalbkreis kommen, so Pauli. Wichtig sind dem Landrat und dem Oberbürgermeister, dass diese gerecht in den Kommunen verteilt werden. Zudem betonten sie die Wichtigkeit, den Geflüchteten nicht nur ein Dach über dem Kopf zu bieten, sondern sie auch mitzubegleiten. Die Sozialbetreuung übernehmen die Wohlfahrtsverbände in der Region.

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