Arbeitsmarktbilanz in der Region Neckar-Alb | Bildquelle: RTF.1

Region Neckar-Alb:

Zufrieden trotz weniger Azubis

Stand: 21.11.23 16:46 Uhr

Studium? FSJ? Oder doch eine Ausbildung? Auch in diesem Jahr stehen wieder viele junge Menschen vor dieser Entscheidung. Zumindest auf dem Ausbildungsmarkt haben Jugendliche - auch in der Region Neckar-Alb - bereits seit Jahren gute Chancen, denn die Unternehmen haben schon seit einiger Zeit mehr offene Lehrstellen als es Bewerber gibt. Daran hat sich auch im Herbst 2023 nichts geändert - wie die Agentur für Arbeit Reutlingen zusammen mit der Handwerkskammer und der IHK heute bekannt gegeben hat.


1.958 – Das ist die Zahl der Ausbildungssuchenden in den Landkreisen Reutlingen und Tübingen, die zum Stichtag 30. September 2023 bei der Agentur für Arbeit Reutlingen gemeldet waren. Ein Rückgang, denn im Vorjahr waren es noch über 2.000 gewesen.

Für die Arbeitsagentur aber kein Grund zur Sorge. Im Gegenteil: Man ist zufrieden mit der Entwicklung, war der Rückgang von 2021 auf 2022 doch noch wesentlich größer gewesen.

"Wir haben im Vergleich zum Vorjahr etwa 4,5 Prozent weniger und schätzen es so ein, dass wir die Talsohle erreicht haben und es jetzt eigentlich eher wieder ein bisschen aufwärts geht und dass wir mehr junge Menschen für eine duale Ausbildung gewinnen können" so der operative Geschäftsführer Markus Nill.

In diesem Jahr ist es im Zuständigkeitsbereich der Arbeitsagentur nur der Bereich Kfz-Mechatroniker, in dem die Nachfrage das Angebot übersteigt.

Trotz des allgemeinen Überschusses haben dieses Jahr aber auch knapp 60 junge Menschen keinen Ausbildungsplatz gefunden.

"Da sind wir gerade dabei, um uns die Fälle noch einmal anzuschauen, woran es gelegen hat? Vielleicht lag es auch daran, dass die Qualifikation nicht vorgelegen hat, oder auch dass jemand noch einmal eine Unterstützung braucht wenn er eine Ausbildung gefunden hätte, also dass wir ihn begleiten mit Lernhilfen und mit pädagogischen Ansätzen" so Nill.

Doch auch diese Zahl hat sich im Vergleich zum Vorjahr verbessert.

Zufriedene Gesichter bei der Handwerkskammer

Auch im Handwerk sind die neu abgeschlossenen Berufsausbildungen leicht rückläufig. Für den Bereich selbst zwar ungünstig, Christiane Nowottny von der Handwerkskammer Reutlingen ist aber dennoch zufrieden – auch, weil vor allem zwei Bereiche hoffen lassen.

"Letztes Jahr haben wir über das Lebensmittelgewerbe gesprochen, dieses Jahr haben wir schöne Pluszahlen im Lebensmittelgewerbe. Aber was mir persönlich sehr sehr freut ist, dass wir ein fettes Plus von 33 Prozent haben im Beruf des Anlagenmechanikers Sanitär, Heizung, Klima. Das sind junge Leute, die auch in ihrem Beruf etwas fürs Klima tun wollen und die genau in diesen Ausbildungsberufen landen" sagte sie.

Ebenfalls ein leichtes Plus vermeldet die IHK bei den neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen. Dabei nehme das Interesse an gewerblich-technischen Berufen zu, während die kaufmännischen Berufe seit Jahren rückläufig seien.

Besonders auffällig: Insgesamt fast ein Viertel der Menschen, die eine Ausbildung begonnen haben, lösen diese kurz danach wieder auf. Gründe dafür gebe es mehrere.

"Bei den Jugendlichen sind zum Teil auch schwächere Bewerber dabei, die die Anforderungen des Ausbildungsverhältnisses nicht erfüllen. Aber auch die Jugendlichen selbst sind anspruchsvoller geworden – zurecht. Sie legen wert auf eine gute Ausbildungsqualität, und wenn die nicht stimmt sind sie angesichts der Lage natürlich eher bereit zu wechseln als das vielleicht noch 2015 der Fall war" so IHK-Bereichsleiterin Petra Brenner.

Damit diese Zahl wieder geringer wird, will die Agentur für Arbeit ihre Praktikumswochen im Jahr 2024 neu auflegen. Am Geld für solche Maßnahmen mangle es nicht, so Nill.

Und wer dieses Jahr noch nicht die passende Ausbildung gefunden hat, muss nicht unbedingt ein Jahr warten, denn die Betriebe stellen teilweise auch noch nachträglich ein.

WERBUNG:



Seitenanzeige: