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Tübingen:

Ausgezeichnete Voraussetzungen - Wirtschaftsministerin Hoffmeister-Kraut spricht beim IHK-Gremium

An der Sitzung des IHK-Gremiums für den Landkreis Tübingen am Freitag, nahm auch Wirtschaftsministerin Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut teil. Auf der Agenda der Sitzung standen aktuelle wirtschaftspolitische Themen - von Fragen der Technologieförderung und dem regionalen Gründungsgeschehen bis hin zur Bildung und dem Cyber Valley.

Das IHK-Gremium tagte bei der Hartmetall-Werkzeugfabrik Paul Horn in Tübingen. Nachdem der Gremiums-Vorsitzende Hans-Ernst Maute die Sitzung eröffnet hatte, ergriff Nicole Hoffmeister-Kraut das Wort. Die Situation auf dem Arbeitsmarkt sei hervorragend. Nach Aussage der aus Balingen stammenden Wirtschaftsministerin habe das Land in den vergangenen Jahren viele Arbeitsplätze schaffen können – "mehr Arbeitsplätze, als wir überhaupt aus eigener Kraft heraus besetzen können". Es seien viele Menschen jetzt nach Baden-Württemberg gekommen, weil hier in der Region so viele attraktive Arbeitsplätze entstanden seien. Dad wiederum führe zu anderen Problemen, Stichwort "Schule", "Bildung", "Wohnungsbau", "bezahlbare Mieten". "Aber unterm Strich, denke ich, sind wir in einer privilegierten Situation im Moment, wie sie in vielen Bereichen nicht besser sein könnte", so Hoffmeister-Kraut. In Sachen Wettbewerbsfähigkeit belege Deutschland unter einhundert-vierzig Ländern den dritten Platz, in Sachen Innovationsfähigkeit sogar den ersten Platz.

Jedoch neige sich die Phase der Hochkonjunktur dem Ende zu. Den Grund hierfür sieht Hoffmeister-Kraut in der hohen Kapazitätsauslastung, besonders im Blick auf den Fachkräftemangel. Aber auch weltweite Veränderungen würden die Abwärtsrisiken befeuern. Beispielweise tarifäre und nicht tarifäre Handelshemmnisse, nicht nur im Handel im Warenverkehr, sondern auch bei Investitionen zwischen den großen Wirtschaftsblöcken USA, China und der europäischen Union. Europa müsse jetzt beweisen, wie stark es wirklich ist. Nicht nur der Handelskrieg zwischen Amerika und China sei problematisch. Auch drohende Zölle beim Export, der Brexit oder die aktuelle Situation in Italien könnten zu Verschlechterungen führen.

Die Herausforderungen seien auch strukturell bedingt. Ein Problem, dass es zu beseitigen gelte: der Fachkräftemangel. Für viele kleine und mittlere Unternehmen sei er einer der Hauptgründe, weshalb sie nicht weiter wachsen können. Berufliche Ausbildung ist in Hoffmeister-Krauts Augen der beste Weg, um dem entgegen zu wirken. "Wir machen uns stark. Das Land, und ich als Wirtschaftsministerin für die berufliche Ausbildung. Wir werben ganz stark für die berufliche Ausbildung." Mit dem Fachkräfteeinwanderungsgesetz solle qualifizierte Zuwanderung aus Drittländern ermöglicht werden, sodass die Unternehmen auf ein größeres Potential zugreifen können.

Um im internationalen Wettbewerb mithalten zu können, brauche das Land auch dringend eine Steuerreform. In vielen Bereichen gebe es grundlegende Veränderungen: wie die Digitalisierung, die Zukunft der Mobilität oder die Industrialisierung. "Wir wollen Technologieführer werden in bestimmten zentral, klar definierten Bereichen. Und das fordert uns heraus, das können wir auch nur im Wettbewerb bestehen. Langfristig können wir das nur aus eigener Stärke, aus eigenen Innovationen erfolgreich gestalten. Und deswegen ist es ganz wichtig, dass wir unsere Wirtschaftspolitik zukunftsorientiert ausrichten, dass wir die Firmen unterstützen." Für Firmen mit bis 100 Mitarbeitern zahle das Land deshalb eine Digitalisierungs-Prämie. Auch werde in der Region ein sogenanntes Digital-Hub entstehen – also quasi ein Ideen- und Experimentierraum, wo unterschiedliche Kompetenzen, Disziplinen, Ideen, Technologien und Kreativität aufeinandertreffen. Auch ein Cyber Valley in der Region Tübingen/Stuttgart sei seit zwei Jahren auf dem Weg. In den Augen der Ministerin brauche die Wirtschaftsstruktur in Baden-Württemberg definitiv künstliche Intelligenz. Land und Bund hätten das ganz klar als eines der zentralen Themen in Europa identifiziert. Der Bund werde 3 Milliarden Euro geben für künstliche Intelligenz für Projekte. Und auch Europa eine eigene Strategie KI, da werde viel passieren. "Deshalb werbe ich auch darum, dass hier in Tübingen das Cyber Valley entstehen und gedeihen und sich entwickeln kann."

Baden-Württemberg habe ausgezeichnete Voraussetzungen. Und wenn es gelinge, die richtigen Weichen für die Zukunft zu stellen – da ist sich Nicole Hoffmeister-Kraut sicher – dann werde es den Menschen im Land auch in 10 bis 20 Jahren noch so gut gehen wie heute.

(Zuletzt geändert: Samstag, 01.12.18 - 15:13 Uhr   -   547 mal angesehen)
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