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G20-Konferenz:

Initiative "Compact with Africa" soll Investitionen in afrikanischen Staaten befördern

Heute hat in Berlin die internationale Konferenz zur "G20-Partnerschaft mit Afrika" begonnen, mit Teilnehmern aus den G20-Ländern, afrikanischen Ländern, internationalen Organisationen und Investoren. Durch einen "Compact with Africa" sollen in afrikanischen Staaten die Rahmenbedingungen zur Förderung von privaten Investitionen und Investitionen in Infrastruktur gestärkt werden. Die Welthungerhilfe kritisiert, dass sich die angestrebten Partnerschaften nicht an den bereits verabschiedeten nachhaltigen Entwicklungszielen der Vereinten Nationen, der Agenda 2030, orientieren.
Marrakesch Afrika

An der Konferenz nehmen die Staats- und Regierungschefs sowie die Finanz- und Entwicklungsminister einer Reihe afrikanischer und G20-Länder sowie Vertreter von Internationalen Organisationen teil (Afrikanische Entwicklungs­bank, Weltbank und Internationaler Währungsfonds). Bundesfinanzminister Schäuble und Bundesentwicklungsminister Müller haben zu der Konferenz eingeladen. Im Rahmen von hochrangigen Panel-Diskussionen gehen die Teilnehmer der Frage nach, was getan werden kann, um nach­haltigeres und inklusiveres wirtschaftliches Wachstum in Afrika zu fördern.

Kern der „G20 Compact with Africa-Initiative" ist die Verbesserung von Rahmenbedingungen in den teilnehmenden afrikanischen Staaten, um private Investitionen zu fördern. Der zweite Tag der Konferenz steht daher ganz im Lichte des Dialogs mit privaten Investoren: Die ersten fünf Compact-Länder (Elfenbeinküste, Marokko, Ruanda, Senegal und Tunesien), die seit dem G20-Finanzministertreffen in Baden-Baden an einem Investment Compact arbeiten, erhalten die Chance, sich Investoren zu präsentieren. In einem großen Investoren­gespräch und in kleineren bilateralen Treffen können die Länder ihre Reformpläne und Prioritäten mit den Investoren diskutieren. Die beiden „neuen" Compact Länder, Ghana und Äthiopien, werden ebenfalls ihre ersten Ideen den Investoren präsentieren.

Diese Investorengespräche sind der Auftakt für einen systematischen Ansatz, die Rahmenbedingungen für private Investitionen in den Compact-Ländern nicht nur im Dialog mit den Internationalen Organisationen und den G20, sondern auch mit den Investoren zu verbessern. Nach der Konferenz wird es darum gehen, die Investitionsvorhaben weiter zu konkretisieren und umzu­setzen sowie auch die Partnerländer in den Prozess einzubinden. Dabei wird Deutschland Partnerland von der Elfenbeinküste, Ghana und Tunesien werden.

Die Welthungerhilfe begrüßt das große Engagement der deutschen G20-Präsidentschaft, Afrika auf die Tagesordnung der G20 zu heben. Sie ist auch überzeugt, dass Wirtschaftsreformen und eine Verbesserung des Investitionsklimas nötig sind, um eine dauerhaft nachhaltige Entwicklung und damit eine effiziente Hungerbekämpfung in afrikanischen Ländern zu ermöglichen. "Wer den Hunger erfolgreich bekämpfen will, darf aber nicht nur Investitionspartnerschaften im Blick haben. Das wäre eine vertane Chance. Die Entwicklung der ländlichen Räume muss Priorität haben, denn noch immer leben drei von vier Hungernden auf dem Land. Die Zukunft Afrikas wird auf dem Land entschieden", betont Bärbel Dieckmann, Präsidentin der Welthungerhilfe.

Der "Compact with Africa" sollte jedoch nicht als eine Möglichkeit gesehen werden, die Ursachen von Flucht und Migration schnell zu beseitigen. Die Staaten mit den meisten Geflüchteten in Afrika zählen zu den fragilen Ländern und stehen nicht im Fokus der Partnerschaft. Um tatsächliche Entwicklungsprozesse zu bewirken sind Investitionen in Bildung und Ausbildung sowie eine Strategie zur Sicherung der Ernährung der wachsenden Bevölkerung dringend nötig. Außerdem müssen die privaten und öffentlichen Investitionen an menschenrechtliche, soziale und ökologische Standards sowie zuverlässigere Rahmenbedingungen der G20-Länder für den Handel und Investitionen in Afrika gebunden werden.

(Zuletzt geändert: Montag, 12.06.17 - 17:55 Uhr   -   2023 mal angesehen)
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