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Babynahrung vergiftet:

Mutmaßlicher Lebensmittel-Erpresser bei Tübingen festgenommen - Tatverdacht erhärtet sich

Bei Tübingen ist ein Mann festgenommen worden, bei dem es sich um den Babynahrungs-Erpresser handeln soll. Der Tatverdacht gegen den Festgenommenen habe sich weiter erhärtet, so die Polizei. An der Festnahme in Ofterdingen waren Spezial-Einsatzkräfte beteiligt. Der Erpresser hatte in Friedrichshafen in mehreren Supermärkten vergiftete Babynahrung in Umlauf gebracht und ein Millionen-Lösegeld gefordert.

Der Mann soll in Ofterdingen im Landkreis Tübingen festgenommen worden sein. Spezialkräfte der Polizei des Landes Baden-Württemberg fassten den Mann gestern Abend. Der Tatverdacht gegen den vorläufig festgenommenen 55-jährigen deutschen Staatsangehörigen hat sich mittlerweile erhärtet. Er gilt, so die Polizei, zwischenzeitlich als dringend tatverdächtig. Auf den Mann war die Sonderkommission durch Hinweise aus der Bevölkerung aufmerksam geworden.

Auf einer Pressekonferenz am heutigen Samstag wollen Polizeipräsidium Konstanz und Staatsanwaltschaft Ravensburg weitere Details zu dem mutmaßlichen Erpresser und dem Ermittlungsverfahren bekannt geben.

Am späten Freitag Abend - um 21:56 Uhr - hatte die Polizei in einer Presseinformation mitgeteilt: "Die Sonderkommission überprüft derzeit einen Verdächtigen, auf den die Ermittler durch Hinweise aus der Bevölkerung aufmerksam geworden sind."

Da bei der Vielzahl von den eingegangenen Hinweisen auf bestimmte Personen umfangreiche Überprüfungen noch im Gange seien, konnte laut Polizei gestern Abend "noch nicht gesagt werden, ob es sich bei der Person im Landkreis Tübingen tatsächlich um einen möglichen Tatverdächtigen im Zusammenhang mit dem Erpressungsfall handelt." Offenbar hat sich über die Nacht der Tatverdacht gegen den 55-jährigen dringend erhärtet.

Nach dem Fund vergifteter Babynahrung in Friedrichshafen am Bodensee hatte die Polizei überregional mit Hochdruck nach einem Erpresser gefahndet. Aufgrund der Fahndung waren laut Polizei hunderte Hinweise eingegangen. Die Ermittler hatten auch ein Fahndungsvideo veröffentlicht, das den mutmaßlichen Erpresser zeigt. Er forderte einen Millionenbetrag.

Der Täter hatte in einem Schreiben an unterschiedliche Adressaten einschließlich der Polizei angedroht, bei Nichterfüllung seiner Geldforderung in Lebensmittel- und Drogeriemärkten im In- und Ausland vergiftete Lebensmittel zu deponieren.

Die Ermittlungsbehörden und die amtliche Lebensmittelüberwachung nahmen diese Drohung sehr ernst: Der Täter hatte bereits in verschiedenen Friedrichshafener Einkaufsmärkten fünf vergiftete Gläschen mit Babynahrung deponiert. Danach gab er einen Hinweis. Angestellte und Polizei konnten die Gläschen sicherstellen.

Da nicht ausgeschlossen werden konnte,dass weitere vergiftete Gläschen im Umlauf gebracht werden könnten, wurden die Verbraucher deshalb aufgefordert, besonders auf Beschädigungen der Produktverpackungen oder das Fehlen des Unterdrucks (besonders bei Glasverpackungen mit Schraubverschluss) zu achten. Deckel von ordnungsgemäß verschlossenen Gläsern weisen üblicherweise eine Wölbung nach innen auf, beim Öffnen ist ein Knackgeräusch zu hören.

Die Warnung wird auch von den Handelskonzernen verbreitet, etwa vom Drogeriemarkt dm mit Sitz in Karlsruhe. Alle Mitarbeiter in den dm-Märkten seien angewiesen, "besonders aufmerksam zu sein und sich bei Auffälligkeiten umgehend an einer zentralen Stelle zu melden, um dann die nötigen Schritte einzuleiten."

Derzeit liegen von der Polizei keine Informationen darüber vor, ob beim Einkaufen Entwarnung gegeben werden kann, oder ob sich auch nach der jetzt erfolgten Festnahme des Täters noch vergiftete Babynahrung im Umlauf befindet.

Werden beim Einkauf verdächtige Produkte festgestellt, werden die Verbraucher gebeten, sofort das Verkaufspersonal zu informieren. Stellen Verbraucher zu Hause eine Manipulation von Verpackungen fest, können diese beim Ladengeschäft oder bei jeder Polizeidienststelle abgegeben werden.

Der Erpressung dringend verdächtig, zumindest daran beteiligt zu sein, ist der abgebildete Mann, der vergangene Woche in einem Lebensmittelmarkt in Friedrichshafen von einer Überwachungskamera erfasst wurde. Ob es sich dabei um den jetzt festgenommenen dringend Tatverdächtigen handelt, und ob an der Erpressung einer oder mehrere Täter beteiligt waren, wurde von der Polizei bislang nicht mitgeteilt.

Daher veröffentlichen wir auch folgenden Aufruf weiterhin: "Personen, denen der abgebildete Mann auffällt, die diesen in den vergangenen Tagen gesehen haben, die Hinweise zu seiner Identität geben können oder Auffälligkeiten im Zusammenhang mit dem Erpressungsfall wahrgenommen haben, werden gebeten, sich mit dem Polizeipräsidium Konstanz unter Tel. 0049 (0)7531 995 – 3434 oder Friedrichshafen.KD.callcenter@polizei.bwl.de in Verbindung zu setzen."

Stand: 30.09.2017 - 14:35

Dienstag, 03. Oktober 2017
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(Zuletzt geändert: Samstag, 30.09.17 - 15:47 Uhr   -   4167 mal angesehen)
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