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Volkskrankheit mit ernsten Folgen:

Neues Verfahren zur Therapie von schwer einstellbarem Blutdruck

Etwa 30 Millionen Menschen in Deutschland, also etwa ein Drittel der Bevölkerung, leiden an Bluthochdruck (Hypertonie). Trotz hoher Werte lassen sich zehn Prozent der Betroffenen nicht behandeln, und 20 Prozent wissen gar nichts von ihrem Leiden. Denn Bluthochdruck äußert sich zunächst nicht in spürbaren Symptomen. Gefährlich, denn die Krankheit kann ernste Folgen haben. Nun gibt es ein neues Verfahren zur effizienten Therapie von schwer einstellbarem Blutdruck.
Blutdruck-Messung

Bluthochdruck ist weltweit der größte Risikofaktor für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und für die Hälfte aller Todesfälle durch Herzinfarkt und Schlaganfall verantwortlich. Auch das Risiko für Gefäßverkalkungen sowie Augen- und Nierenschäden steigt mit erhöhten Blutdruckwerten.

Ist ein zu hoher Blutdruck einmal diagnostiziert, lässt er sich in der Regel mit Medikamenten gut einstellen. Doch nicht bei jedem schlägt die konventionelle Therapie an oder reicht als alleinige Form der Behandlung aus. Eine Alternative für diese Patienten bietet die Barorezeptorstimulation, ein Verfahren, das bisher deutschlandweit nur an wenigen Krankenhäusern angeboten wird. 

Die Barorezeptorstimulation basiert auf dem Prinzip der Täuschung. Den Patienten wird ein Stimulator, ähnlich einem Herzschrittmacher, in der linken Brustseite implantiert. Dieser sendet elektrische Signale an die Barorezeptoren. Diese speziellen Zellen an der Halsschlagader sind für die Regulation des Blutdrucks und des Kreislaufs mitverantwortlich. Sie leiten das Signal an das Gehirn weiter, wodurch ein dauerhaft erhöhter Blutdruck simuliert wird. Das Gehirn reagiert, indem es körpereigene Mechanismen zur Blutdrucksenkung auslöst. „Der große Vorteil dieser Therapie liegt darin, dass die körpereigenen Regelkreisläufe genutzt werden", erläutert Professor Dr. Marcus Fischer, Leiter des Herzkatheterlabors in der Klinik und Poliklinik für Innere Medizin II des Universitätsklinikums Regensburg. „Zudem lässt sich die Therapie durch verschiedene Einstellungsoptionen optimal auf die unterschiedlichen Patienten, deren individuelle Bedürfnisse und Tagesabläufe anpassen." Die Komplikationen bei der Operation sind äußerst gering und mit einer Herzschrittmacherimplantation vergleichbar. „Der Eingriff dauert nicht lange und die Patienten können in der Regel die Klinik bereits am Tag nach der Operation wieder verlassen", ergänzt Dr. Andreas Keyser, Oberarzt in der Klinik und Poliklinik für Herz-, Thorax- und herznahe Gefäßchirurgie des UKR.

Neben der neuen Therapiemöglichkeit bei Bluthochdruck bietet die Barorezeptorstimulation noch einen weiteren Ansatz. „Die körpereigene Regulierung, die durch diese Stimulation ausgelöst wird, scheint darüber hinaus einen positiven Einfluss bei Patienten mit Herzschwäche zu haben", erklärt Professor Dr. Lars Maier, Direktor der Klinik und Poliklinik für Innere Medizin II des UKR, einen weiteren vielversprechenden Effekt des Verfahrens. So konnten am UKR erste Studien bei Patienten mit chronischer Herzschwäche zeigen, dass die Barorezeptorstimulation sich positiv auf die Herz-Kreislauf-Regulation der Betroffenen auswirkt, wodurch die Zahl der Krankenhausaufnahmen bereits merklich reduziert werden konnte.

(Zuletzt geändert: Donnerstag, 17.05.18 - 09:32 Uhr   -   742 mal angesehen)
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