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Tübingen:

Frieden fängt bei uns selber an - Feierstunde zum Volkstrauertag

Der Volkstrauertag erinnert an die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft. Die Universitätsstadt Tübingen und der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge haben auf dem Tübinger Bergfriedhof deshalb eine Feierstunde abgehalten. Neben dem Gedenken an die Toten ging es dabei auch um aktuelle friedenspädagogische Projekte.

Zum Gedenken an die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft haben Vertreter von Stadt, Landkreis und Regierungsbezirk Tübingen auf dem Tübinger Bergfriedhof einen Kranz niedergelegt. Der Volkstrauertag hat sich nach Ansicht des Tübinger Regierungspräsidenten Klaus Tappeser gewandelt. Früher sei es ein Heldengedenktag gewesen. Heute gedenken wir den Opfern, nicht nur der Kriege des letzten Jahrhunderts, sondern auch der Kriege in diesem Jahrhundert – aber nicht nur der Opfer der Kriege, sondern der Opfer der Gewalt und Gewaltherrschaft, der Kriegsgefangenen, der Menschen, die aufgrund einer Behinderung oder einer anderen Glaubensrichtung verfolgt werden.

Bei der vorherigen Feierstunde in der Friedhofshalle erinnerte Tappeser daran, dass das Jahr 2018 im Zeichen gleich zweier Kriege stehe. Der 30-jährige Krieg hatte von 1618 bis 1648 einen Großteil der europäischen Bevölkerung ausradiert. Der Erste Weltkrieg kam beinahe auf den Tag genau vor 100 Jahren zum Ende. Und auch, wenn in Deutschland und Europa seit Ende des Zweiten Weltkrieges vor 73 Jahren Frieden herrscht, so ist das Thema Krieg noch aktuell. In zu vielen Ländern werden auch heute Ziele mit Gewalt durchgesetzt. "Wir müssen immer wieder sagen, was Frieden bedeutet", so Tappeser. Frieden sei deutlich mehr als die Abwesenheit von Krieg. "Frieden fängt bei uns selber an. Wir können nicht von den Staaten erwarten, dass sie friedlich zusammenleben, wenn wir noch nicht mal in der Lage sind, unsere Meinungen, unsere Ansichten, unsere Wünsche friedlich und respektvoll bei und mit anderen Menschen zu verwirklichen.

Das Institut für Friedenspädagogik Tübingen setzt sich für Friedensbildung ein – nicht nur in Tübingen, sondern deutschlandweit und in vielen anderen Ländern der Welt. Laut Uli Jäger entwickelt das Institut Lernmedien für Schulen in Baden-Württemberg und bietet Lehrerfortbildungen an. "In anderen Ländern, wie in Jordanien, unterstützen wir die Schulen. Wir entwickeln Modellschulen gegen Gewalt. Und in Ländern wie in Iran, in Teheran, fördern wir das Zusammenleben der jungen Menschen und deren Vision von Frieden, in dem wir Kurse anbieten, wie sie mit Konflikten gewaltfrei umgehen können." Hier sieht Tappeser den heutigen Sinn des Volkstrauertags: Jeder einzelne sollte sich Gedanken machen, wie er oder sie im Alltag respektvoll mit den anderen Menschen umgeht.

(Zuletzt geändert: Sonntag, 18.11.18 - 16:36 Uhr   -   750 mal angesehen)
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