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Vorwürfe zurückgewiesen:

Diözese Rottenburg-Stuttgart unterstützt Strafverfolgung von Missbrauchsfällen

Die Diözese Rottenburg-Stuttgart wehrt sich gegen den Vorwurf mangelnder Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft beim Thema sexueller Missbrauch. Namhafte Jura-Professoren haben im Bezirk jeder Diözese Anzeigen bei den Staatsanwaltschaften eingereicht, gerichtet gegen Unbekannt. Damit wollen sie die Strafverfolgung von Missbrauchsfällen anschieben, die eine Studie der Bischofskonferenz aufgedeckt hatte.
Dom in Rottenburg Foto: pixelio.de - H.D. Volz

Unter den Professoren ist auch der Tübinger Strafrechtler Dieter Rössner. Die renommierten Strafrechtsprofessoren zeigten sich überrascht darüber, "wie zurückhaltend Staat und Öffentlichkeit (bislang) mit dem alarmierenden Anfangsverdacht schwerer Verbrechen umgehen."

Die Diözese Rottenburg-Stuttgart hingegen betont: Die Kommission sexueller Missbrauch der Diözese habe, so Bischof Dr. Gebhard Fürst, in den vergangenen Jahren wegen des Verdachts auf Sexualdelikte gegen Geistliche und andere Mitarbeiter der Diözese zwei Strafanzeigen bei der Staatsanwaltschaft erstattet. In einem Fall sei ein Beschuldigter ins Ausland geflüchtet und habe sich so der Strafverfolgung entzogen, in einem anderen sei das Ermittlungsverfahren eingestellt worden. In sieben weiteren Fällen sei die Staatsanwaltschaft von sich aus tätig geworden - alle endeten mit Strafbefehlen. „Auch hier", so der Bischof, „haben wir eng mit der Staatsanwaltschaft kooperiert. Sexueller Missbrauch wird bei uns verfolgt und nicht vertuscht!" Mit dem Stuttgarter Oberstaatsanwalt Daniel Noa sitzt seit vielen Jahren ein absoluter Experte mit in der Kommission. Eine ganze Reihe von Opfern, so Bischof Fürst, habe allerdings in den Gesprächen mit Mitgliedern der Kommission von sich aus darum gebeten, nicht die Staatsanwaltschaft einzuschalten, meist aus Angst vor einer Retraumatisierung.

Die Kommission sexueller Missbrauch hat sich seit ihrer Gründung im Jahr 2002 mit insgesamt 146 Vorwürfen Betroffener beschäftigt. 90 davon richteten sich gegen Kleriker, 56 gegen Ordensleute und Laien. Von den in der Diözese inkardinierten 72 Klerikern (70 Priester, zwei Diakone) sind 45 bereits verstorben. In elf Fällen wurde das Ergebnis der kircheninternen Untersuchung der Kongregation für die Glaubenslehre in Rom gemeldet. In der Folge wurden zwei Priester aus dem Klerikerstand entlassen beziehungsweise von der Diözese aus dem Gemeindedienst entfernt. Bei den anderen neun Fällen wurden Verweise ausgesprochen, die zum Teil deutliche Gehaltseinbußen für eine Dauer von bis zu fünf Jahren mit sich brachten.

(Zuletzt geändert: Mittwoch, 31.10.18 - 07:53 Uhr   -   359 mal angesehen)
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