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Irak / Syrien / Europa:

Islamischer Staat will Europa erobern - Interview: Ob 250 oder 500 Millionen Menschen getötet werden müssen, spiele keine Rolle

Der frühere CDU-Politiker Jürgen Todenhöfer hat auf facebook ein Interview mit einem Jihadisten aus der irakischen Stadt Mossul veröffentlicht. Demnach beabsichtigt der sogenannte Islamische Staat (IS), Europa zu erobern. Jesiden und andere Völker sollen versklavt werden. Moslems, die dem schiitischen Zweig des Islam angehören, sollen getötet werden, wenn sie nicht zum Islam des IS konvertieren. Christen und Juden, die keine Schutzsteuer zahlen, sollen ebenfalls getötet werden. Dabei spiele es keine Rolle, ob der sogenannte Islamische Staat 250 Millionen oder 500 Millionen Menschen töten müsse. Der TV-Sender RTL bringt bereits heute Nacht um 00:30 eine Sondersendung zum Interview. Der Nachrichtensender n-tv bringt seine Sondersendung morgen um 14.30 Uhr.

"Liebe Freunde, lange habe ich nachgedacht, ob ich dieses Interview mit dem deutschen Jihadisten Abu Qatadah veröffentlichen soll." schreibt Jürgen Todenhöfer auf facebook, auf dem auch das Interview zu sehen ist:

Doch man könne Gegner nur besiegen, wenn man sie kennt: "Jeder über 18 Jahre sollte das Interview unbedingt bis zum Ende anschauen."

Todenhöfer warnt gleichzeitig davor, den islamistischen Islam des Islamischen Staates mit dem friedlichen Islam vieler friedfertiger Moslems in Europa in einen Topf zu werfen: "Für mich hat das, was Abu Qatadah vertritt, nichts mit dem barmherzigen Islam zu tun, den 99,9 Prozent unserer muslimischen Mitbürger vertreten."

Todenhöfer schreibt weiter: "Mit diesen gemäßigten Muslimen sollten wir uns verbünden, um das ideologische Kidnapping ihrer großen Religion durch Extremisten zu beenden." 

Todenhöfer hatte nach seiner Zeit als Bundestagsabgeordneter und als Mitarbeiter im Medienhaus von Hubert Burda begonnen, viele Jahre lang Krisen- und Konfliktgebiete zu bereisen. Über seine Reisen und Eindrücke nach Afghanistan, Iran und andere Länder hat Todenhöfer mehrere Bücher veröffentlicht.

Für das jetzt veröffentlichte Interview war Todenhöfer in die von der islamistischen Terrororganisation "IS" besetzte irakische Großstadt Mossul gereist. Der "IS" hatte Mossul im Jahr 2014 erobert. Nach den Aussagen im Interview hätten maximal 2.000 IS-Kämpfer rund 30.000 irakische Soldaten in die Flucht geschlagen. Es sei gelungen, Furcht vor dem "IS" in die Herzen der irakischen Soldaten zu säen.

Wenn Europa erobert sei, könnten sich die in Europa lebenden Juden und Christen den Schutz des "Islamischen Staates" durch Zahlung einer Kopfsteuer erkaufen. 

Alle europäischen Moslems müssten dann  zu der vom "IS" propagierten Form des Islams übertreten. Dies gelte beispielsweise für alle Schiiten, die aus Sicht des "IS" einer falschen Form des Islam anhängen. Alle Moslems, die nicht den Islam des IS annehmen, müssten sterben.

Dabei sei es dem "IS" egal, ob 250 Millionen oder 500 Millionen hingerichtet werden, weil sie als Juden oder Christen die Kopfsteuer nicht zahlen, oder weil sie sich als Moslems zu einem "falschen" Islam bekennen. Dies müssten alle sterben.

Der von Todenhöfer interviewte Jihadist Christian Emde (30), ist nach eigenen Aussagen in Deutschland aufgewachsen, war der Islamistenszene in Solingen zugehörig und hat vor seinem Übertritt zur islamistischen Form des Islam der protestantischen Kirche angehört.

Hintergrund: Die "Kopfsteuer" und der Sonderstatus von Juden und Christen

Der Islam zählt neben seiner eigenen Religion auch das Christentum und das Judentum zu den drei abrahamitischen Religionen. Also Religionen, die auf Abraham als religiösen Stammvater zurückgehen. Islam, Christentum und Judentum bezeichnet der Islam daher auch als "die drei Buchreligionen".

Diese Buchreligionen genießen im Islam deswegen einen Sonderstatus gegenüber allen anderen Religionen. Unter "islamischer Herrschaft", beispielsweise im Mittelalter, erhielten Christen und Juden deswegen einen "Schutzstatus"; vorausgesetzt diese zahlten eine Kopfsteuer bzw. Schutzsteuer an das jeweiligen Islamische Reich.

Diese Kopfsteuer stellte für die damaligen, historischen Islamischen Reiche auch eine nicht unerhebliche Einnahmequelle dar. Der sogenannte "Islamische Staat" will die Praxis der Kopfsteuer als Schutzsteuer für Christen und Juden offensichtlich wieder aufgreifen.

Hintergrund: Sunniten und Schiiten - Zwei Glaubensrichtungen des Islam

Nach dem Tod des Propheten Mohammed kam es zu Machtkämpfen um die legitime Nachfolge des Propheten und um die Auslegung des Koran. Infolge dessen spaltete sich die Anhängerschaft in zwei Lager: Schiiten und Sunniten.

Während die Streitfrage zwischen Sunniten und Schiiten ursprünglich die Frage nach der legitimen Nachfolge des Propheten war, haben sich im Laufe der vergangenen Jahrhunderte auch theologische Unterschiede zwischen dem von Schiiten und Sunniten praktizierten Islam herausgebildet.

Etwa 10 bis 25% der Muslime sind heute Schiiten. Die Schia ist damit die zweitgrößte Konfession  (also Glaubensrichtung) des Islam. Der Südirak um Basra und der Iran zählen zu den von den Schiiten dominierten Regionen.

Die Sunniten stellen heute die größte Konfession (also Glaubensrichtung) des Islam dar. Innerhalb der islamischen Glaubensrichtung der Sunniten haben sich in den vergangenen Jahrhunderte zudem verschiedene Rechtsschulen herausgebildet.

Hier unsere weiteren Artikel zum Thema Islamismus!

Siehe auch:

Zurückkehrende Dschihadisten: Verfassungsschutz-Präsident in "großer Sorge" über wachsende Zahl

TV-Interview: Deutsche Islamisten zeigen "klammheimliche Freude" für Anschläge von Paris

(Zuletzt geändert: Donnerstag, 15.01.15 - 14:46 Uhr   -   6949 mal angesehen)
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