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Tübingen:

"Massive Angriffe radikaler Tierschützer" auf Tübinger Forscher - Uni betont Bedeutung von Tierversuchen - Gegner protestieren

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, die mit Tieren forschen, sehen sich derzeit massiven Angriffen ausgesetzt. Sie selbst und ihre Familien werden laut Universität Tübingen von "radikalen Tierschützern" eingeschüchtert. Biomedizinische Grundlagenforschung an Tieren werde als unethisch oder sinnlos diffamiert. Die Universität Tübingen, die Medizinische Fakultät und das Universitätsklinikum Tübingen treten den Anschuldigungen jetzt entschieden entgegen. Die "SOKO Tierschutz" hatte unterdessen für heute zu einer Demonstration in Tübingen aufgerufen. Sie spricht von "grausamen Zustände im Tierversuchslabor".
Tierversuche Foto: pixelio.de - Stephanie Hofschlaeger

"Die Tübinger Forscherinnen und Forscher arbeiten auf der Basis geltender Gesetze und klarer ethischer Prinzipien. Alle Tierversuche unterliegen einer strengen Genehmigungspraxis und einer unabhängigen Kontrolle durch Behörden", teilt die Eberhard Karls Universität Tübingen mit. Der Gesundheitszustand und die Haltung der Tiere würden von Tierärzten der Universität regelmäßig und engmaschig kontrolliert.

„Ziel der Grundlagenforschung wie auch der klinischen Forschung am Standort Tübingen ist es, dem Wohle der Menschen zu dienen", betont der Rektor der Universität, Professor Bernd Engler: „Ob bessere Medikamente, sichere Operationen oder das Wissen, wie man Organe verpflanzt: Die großen Fortschritte der Medizin in den vergangenen 150 Jahren waren nur durch den Austausch zwischen biomedizinischer Grundlagenforschung und anwendungsorientierter klinischer Forschung möglich."

Auch für aktuelle und künftige medizinische Herausforderungen bleibe dies wichtig, so Engler: „Der neue Impfstoff gegen Ebola, der derzeit nicht zuletzt von Tübinger Forschern klinisch erprobt wird, hat sich zuvor im Tierversuch als wirksam erwiesen." In den kommenden Jahrzehnten werde auch die deutsche Gesellschaft mit einer stark steigenden Zahl neurodegenerativer Erkrankungen wie Alzheimer oder Parkinson konfrontiert werden. Nur eine systematische Erforschung des Gehirns könne den Weg zu erfolgversprechenden Therapien zeigen. Tierversuche, auch an nicht-humanen Primaten, seien dabei auf absehbare Zeit unverzichtbar.

Die so genannte "SOKO Tierschutz" hatte für heute zu einer Demonstration in Tübingen aufgerufen. Sie begann um 14 Uhr an der neuen Aula. Danach zogen die Teilnehmer weiter zum Tübinger Max Planck Institut (MPI) für Biologische Kybernetik. Dort habe man in einer Undercoverrecherche "grausame Zustände im Tierversuchslabor" aufgedeckt. Die Gruppe habe "schwer verletzte Affen, psychisch gestörte und durstende Tiere" gesehen sowie "Vivisektoren, die gegen ihre eigenen Richtlinien im Umgang mit den Tieren verstoßen", heißt es.

Die Stellungnahme der Universität Tübingen im Wortlaut:
http://www.uni-tuebingen.de/de/57358

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Online-Artikel: "Weltbekannte Schimpansenforscherin Jane Goodall kritisiert Max-Planck-Institut": http://www.prometheus-tv.de/news.php?id=2566

Suchwort: TVMPI

(Zuletzt geändert: Sonntag, 11.01.15 - 17:29 Uhr   -   8589 mal angesehen)
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